Berg gründet Windrad-Firma

Das Windrad auf der Maxhöhe, das viele Bürger stört, genießt Bestandsschutz. Daran ändert auch die geplante neue Windkraftanlage in den Wadlhauser Gräben nichts. Foto: Hauck

Die Planungen zur Windkraftanlage in den Wadlhauser Gräben nehmen Fahrt auf. Die Gemeinde Berg wird eine Betreibergesellschaft gründen, und zwar zusammen mit den Stadtwerken München, die das technische Know-How haben. Das sagte Bürgermeister Rupert Monn im Gemeinderat.

Ohne Fremdfinanzierung wird es nicht gehen, meinte er weiter. „Auf alle Fälle wird es nicht über den Gemeindehaushalt finanziert.“ Auch die Bürger sollen die Chance haben, sich an der Gesellschaft zu beteiligen – wie das aussehen soll, steht aber noch nicht fest. Eines weiß Monn jedoch schon: dass es für Investitionen eine Deckelung geben wird. „Damit nicht jemand mit einer Million Euro einsteigt und bei anderen den Neid-Faktor hervorruft“, sagte er. Den erzielten Gewinn will die Gemeinde in lokale Projekte stecken. Das Windrad wird etwa vier Millionen Euro kosten, 190 Meter hoch sein und 1.000 Meter entfernt von der nächsten Wohnbebauung errichtet werden. Der erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist, allerdings ist es technisch nicht möglich, damit direkt die Gemeinde Berg zu versorgen. „Wir können nie eine Insel sein, es ist eine rechnerische Größe“, sagte Monn. Rein arithmetisch könnten drei Windkraftanlagen alle Bürger im Ort versorgen. Er hält einen Baubeginn Ende des Jahres oder Anfang 2012 für realistisch. Alles Neue zum Thema Windrat steht ab sofort auf der Homepage der Kommune. Die ausreichende Windgeschwindigkeit und damit die Rentabilität der Anlage zweifelte Peter Haslbeck (CSU) an. Er forderte eine erneute Messung. Monn verwies auf den bayerischen Windatlas, der die Gebiete untersucht hat. „Wir gehen kein Risiko ein“, bekräftigte er. „Es wird vielleicht keine Goldgrube sein, aber dass genug Wind vorhanden ist, wissen wir jetzt schon.“ Es gab auch noch eine Antwort auf die Frage, die den meisten Bürgern auf der Seele brennt: ob das alte Genzsche Windrad auf der Maxhöhe wegkommt, wenn die neue Anlage steht. Das scheint eher zweifelhaft: es genießt nämlich Bestandsschutz. Sein Abbau müsste schon freiwillig geschehen.

Meistgelesene Artikel

Die letzte Fahrt wird teuer

Stegen – Die MS Utting geht in München vor Anker: Das 1950 gebaute Passagierschiff kaufte ein Münchner Veranstalter. Ersetzt wird das Schiff im …
Die letzte Fahrt wird teuer

Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Tutzing – Zu ganz besonderen Anlässen kann die Gemeinde Tutzing die ansonsten verpachtete Kustermann-Villa für eigene Veranstaltungen nutzen - und so …
Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Ehepaar wegen gemeinschaftlichen Betruges in zwei Fällen verurteilt

Tutzing – Als ein Ehepaar vor über drei Jahren eine Villa am Tutzinger Höhenberg anmietete, beging vor allem der laut seinem Anwalt „federführende“ …
Ehepaar wegen gemeinschaftlichen Betruges in zwei Fällen verurteilt

Kommentare