Bürgerversammlung

"Warum nicht vor zwei Jahren?"

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Gilching – In der Gemeinde Gilching gestalten sich Bürgerversammlungen üblicherweise sehr lebhaft.

In diesem Jahr jedoch war weniger Bürgermeister Manfred Walter Zielscheibe der Kritik. Vielmehr standen die Initiatoren des Bürgerentscheids Westumgehung im Fokus aufgebrachter Bürger. Größte Sorge bereitete der zunehmende Verkehr an der Römerstraße, weshalb sich die Initiatoren des Bürgerentscheids Westumgehung massiv Kritik gefallen lassen mussten. Denn so lange die Westumgehung nicht gebaut ist, wird die Römerstraße nicht verkehrsberuhigt umgestaltet. Auch wenn Anja Kiemle (Grüne) als Mitinitiatorin des Bürgerentscheids bei den rund 150 Zuhörern versuchte, die Vorzüge einer Novellierung der Trasse für die Westumgehung darzustellen, betroffene Bürger erreichte sie damit nicht. „Ich habe überhaupt kein Verständnis für diese Verzögerung. Wir wohnen jetzt seit 30 Jahren an der Römerstraße. Samstags und sonntags donnern die Motorräder an unseren Häusern vorbei und an den Werktagen haben wir den Schwerlastverkehr“, schimpfte eine Anwohnerin. „Der Durchgangsverkehr muss raus“, forderte auch Otto Vilsmayer, langjähriger Gemeinderat in Gilching. Unter großem Beifall kritisierte eine Anwohnerin zudem, dass man das Bürgerbegehren kurz vor dem Spatenstich initiierte. „Warum nicht vor zwei Jahren, wo noch eine Umplanung ohne Zeitverzögerung möglich gewesen wäre?“ Außerdem erkundigte sie sich, was ein Bürgerentscheid von einem Ratsbegehren unterscheide. „Beim Bürgerentscheid geht es um die zusätzlichen Forderungen der Bürgerinitiative. Das Ratsbegehren unterstützt die bestehende Planung des Gemeinderats“, erläuterte Bürgermeister Manfred Walter. Wie berichtet, ist ein Ratsbegehren in Vorbereitung und soll zeitgleich mit dem Bürgerentscheid am Sonntag, 9. Februar, die Meinungen der Bürger einholen. Walter erläuterte, dass vor Ausgang des Bürgerentscheids kein Planfeststellungsbeschluss durch die Regierung von Oberbayern als Bauherr erlassen werden wird. Geht der Bürgerentscheid zugunsten der Initiatoren aus, muss mit mehrmonatiger Verzögerung, allerdings auch mit einem Stillstand des Bauvorhabens, gerechnet werden. Mit dem Ratsbegehren soll laut Walter den Bürgern, die für die Westumgehung, so wie vom Gemeinderat beschlossen, sind, eine Möglichkeit gegeben werden, ihr positives Votum abzugeben. Vereint das Ratsbegehren die Mehrheit der Stimmen für sich und liegt auch der Planfeststellungsbeschluss vor, wird erst mit dem Bau der sechs Brücken begonnen werden, betonte Walter. Außerdem fänden aufwändige archäologische Untersuchungen statt. „Verdachtsflächen gibt es insbesondere an der historischen Römerstraße.“ Weitere Kritikpunkte der Bürger waren der schlechte Zustand der Weßlinger Straße und die Abholzung rund um die Kieswerke und Asphaltmischanlagen im Ortsteil St. Gilgen. „Damit verlieren wir jeden Schutz vor Lärm und Staub“, monierte eine Bürgerin. Der Rathauschef räumte ein, dass in Bezug auf den Kiesabbau der Kommune die Hände gebunden seien, da dies durch übergeordnete Behörden geregelt werde. Zum Thema Weßlinger Straße wusste Walter, dass es dort zum einen sehr eng zugehe und zudem viel Schwerlastverkehr die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern gefährde. Des Weiteren habe es wegen der Schlaglöcher auch schon Achsenbrüche gegeben. „Bis zum Bau der Westumgehung, deren Trasse auf der Weßlinger Straße verläuft, müssen wir uns überlegen, die Straße noch provisorisch herzurichten. Ich werde mich darum kümmern.“ pop

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