Bürgerversammlung Herrsching

Parkprobleme und freier Seeblick

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Herrsching – Die Parkprobleme der Anwohner der Weinhartstraße, die Entlastungsstraße für das Gewerbegebiet und der Pflegestreit des Ammersee-Ostufers – die Liste der Herrschinger Bürger war überschaubar.

Bereits um kurz nach 21 Uhr konnte Rathauschef Christian Schiller die Bürgerversammlung beenden. Dafür war die Martinshalle am vergangenen Donnerstag so gut besucht wie noch nie. Rund 250 interessierte Zuhörer fanden sich ein, um aus erster Hand zu erfahren, was seit einem Jahr alles in ihrer Gemeinde passiert ist. Bürger- meister Christian Schiller hatte auch eine Reihe von Positiv-Meldungen, die ihm und der Rathausmannschaft immer wieder Applaus bescherte. Allen voran die Entwicklung um das Gymnasium mit dem Kauf der Blumenwiese gegenüber dem Schloß Mühlfeld. Und auch die BoFrost-Halle gehört seit ein paar Tagen der Gemeinde. Wie Schiller in der Versammlung erklärte, „war das wichtig, dass wir da zugeschlagen haben“. Vor allem die künftigen Planungen rund um das Bahnhofsareal würden der Gemeinde somit deutlich leichter fallen. Weiter führte der Rathauschef das Einheimischenmodell für die Klosterwiese in Breitbrunn auf („wir haben mittlerweile über 100 Bewerber“) sowie die Sanierung und „kleine Erweiterung“ des alten Widdersberger Rathauses, das heute als Versammlungsort für die Vereine in dem Ortsteil dient.

"Blickbeziehung" und sichere Badezugänge

Lediglich die Technik versagte an diesem Abend, nur noch Schillers Headset tat seinen Dienst, die Mikrofone waren ausgefallen. Und so mussten die Bürger ihre Anträge eben ganz nah an Schillers Ohr dem Saal kund tun. Der Rathauschef nahm es mit Humor: „Dann geh’ ich jetzt mal kuscheln.“ Einmal mehr wurden die Parkplatzprobleme im Ortszentrum beklagt, Angelika Kupka-Wilke aus der Weinhartstraße monierte, dass durch die umliegenden Geschäfte sie selbst und auch ihr Besuch keine freien Plätze mehr finde. „Wir haben einfach zu wenig Parkplätze im Zentrum“, sagte Schiller, der sogleich die Bitte äußerte, die Anwohner mögen doch möglichst auf dem eigen Grundstück parken. Der ehemalige Gemeinderat Martin Singer wollte wenig später wissen, ob die Verbindung zwischen dem Gewerbegebiet und der Seefelder Straße nun kommt oder nicht. Wohl eher nicht, schilderte Schiller, was vor allem daran liege, dass das Gymnasium dort nicht errichtet werde. „Die Straße ist ein gutes Stück weit weg gerückt“, sagte das Gemeindeoberhaupt, durch das Gymnasium wäre sie ausgelastet gewesen, die Rahmenbedingungen heute sprechen jedoch dagegen. Vor allem aber das teilweise völlig zugewachsene Ammersee-Ostufer liegt den Herrschingern nach wie vor schwer im Magen. Peter Graßmann vom „Verein Ammersee Ostufer für Mensch und Natur“ will das vor rund einem Jahrzehnt verabschiedete Pflegekonzept reaktivieren und mit Bürgerbeteiligung durch den Gemeinderat überarbeiten lassen. Wichtig sei ihm, dass zwischen dem Lochschwaber Kreuz und dem Gelände des Rhein-Main-Donau- Segelclubs die „Blickbeziehung und die Sicherung der Badezugänge konsequent“ umgesetzt werden. Dazu gehören laut Verein unter anderem die Beseitigung des verwahrlost wirken- den Bruch- und Schnittholzes aus dem Ufergebüsch, ein Schilfschnitt, die Wiederherstellung der Kiesflächen und der Erhalt der Badestellen. „Das Ammersee-Ufer ist für uns ein trauriges Kapitel“, sagte Schiller. Denn nicht Herrsching zeichne für Pflege und Erhalt verantwortlich, sondern die Staatliche Schlösser- und Seenverwaltung. Graßmanns Antrag wurde mit großer Mehrheit von der Bürgerversammlung angenommen. In dieselbe Kerbe schlug auch Karin von Spaun. Auch sie wünscht sich ein gepflegteres Ufer, schränkte im Unterschied zu ihrem Vorredner aber den Bereich ein. Von Spaun möchte auf einer Länge von rund 1,7 Kilometer vom „Löwen bis zur Passowschen Villa das Lochschwaber Ufer von der verwahrlosten Optik“ befreien. Auch ihr Antrag stieß im Saal auf breite Zustimmung, der Gemeinderat muss sich nun in den nächsten drei Monaten mit den Wünschen aus der Bürgerschaft befassen. po

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