Bund Naturschutz

Nicht bequem, dafür erfolgreich

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Starnberg – Im Foyer hingen Foto-Collagen mit den Abläufen, die eine Aktion des Bund Naturschutz automatisch mit sich bringt. Menschen, die sich im Protest zusammenfinden.

Die bedrohte Bio-Diversität im Landkreis oder das unersetzliche Wirken der Bienen wird dem Interessierten bildlich und textlich vor Augen geführt. Auf 40 erfolgreiche Jahre kann der Bund Naturschutz (BN) in Starnberg zurückblicken, in der Schlossberghalle feierte die Kreisgruppe den runden Geburtstag. Seit ihrem Bestehen hat die Kreisgruppe so manche Erfolge gefeiert. Allerdings mussten sie auch Niederlagen wie die geplante Umgehungsstraße für Weßling einstecken. „Wir leben in einem der schönsten Landkreise und befinden uns hier im Zentrum der Bio-Diversität“, erinnerte Professor Hubert Weiger die Anwesenden. „Eine Qualität, die bedroht ist.“ Der Landesvorsitzende forderte eine „Umstellungsoffensive“ und mehr Bildungsqualität in Sachen Umwelt. Kochkurse für Schüler und Schülerinnen und die Rückkehr zur Lehre der Artenvielfalt im Bildungswesen waren nur zwei Anregungen an die Politik. Auch vergaß er nicht die Konsumenten, deren kritischer Blick in die Regale für eine Wende notwendig ist. Mit auf der schwarzen Liste der Naturschützer steht unter anderen die Massentierhaltung. „Es dürfen nicht mehr Tiere gehalten werden, als die Fläche ernähren kann“, so Weiger. Ein Kostenfaktor für viele Bauern, der nach Ansicht der Akteure mit einer Anerkennungsprämie gewürdigt werden sollte. Eine Ausstellung zeigt das Einsatzgebiet der Kreisgruppe. Zum Beispiel ihr Engagement gegen den Golfplatz in Andechs, das abgewendete ALDI-Logistikzentrum und das Aus- weisen von Landschaftsschutzgebieten. „Unser Ziel ist es, fortan bei der Planung von Projekten wie einem Gewerbegebiet von Anfang mit dabei zu sein um gleich einschreiten zu können“, sagte der Kreisvorsitzende Günter Schorn. Vor dreißig Jahren stieß die Künstlerin Dagmar Hoppe zur Gruppe dazu und setzt sich besonders für die Wörthseer Moore und Amphibien ein. Sie sei keine „bequeme Naturschützerin“, dafür erfolgreich. Das trifft wohl auch auf Burkhard Quinger zu. Das Gründungsmitglied hat schon manch kostenloses Gutachten erstellt und damit einiges abgewendet. Auf den Einsatz von Fritz Schutz wiederum gehen die Ausweisung von 70 Schutzgebieten zurück. Fast zwei Jahrzehnte, nämlich von 1978 bis 1995, hielt er den Kreisvorsitz inne. Ihm folgte Ruth Paulig und seit 17 Jahren ist Günter Schorn im Amt. Er selbst kam vor bald 25 Jahre mit einem Schlüsselerlebnis zum Bund. Umgetrieben hatten ihn die geplanten Großmüll-Deponien mitten in der schönsten Landschaft. Bürger aus Tutzing, Pähl und Wielenbach schlossen sich damals zusammen und erreichten, dass die Deponie nicht gebaut wurde. Dieser Zusam- menhalt und das gelebte Gemeinsam sind wir stark motivierte ihn zum Beitritt. „Wenn die Großmülldeponie-Planung des Landkreises nicht gewesen wäre, könnte ich heute als einfaches Mitglied dieser Jubiläumsfeier beiwohnen“, so der Vorsitzende. „Aber was wäre mir da alles entgangen...“ Die Zahlen zeigen, dass nicht nur er das so sieht: Einst startete die Gruppe mit 500 Mitgliedern. Heute haben sich die Mitglieder auf rund 4.200 mehr als verachtfacht. Das macht einen Bevölkerungsanteil von 3,3 Prozent aus – und liegt in Bayern an der Spitze. mk

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