Chronik "Geschichte und Geschichten"

Kapitel über den Komponisten Werner Egk

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Inning – „Egk – ein großer Künstler in Inning“ titelt Autor Robert Volkmann in seiner Chronik „Geschichte und Geschichten“ ein Kapitel über den berühmten Komponisten Werner Egk.

Tatsächlich wohnte der sowohl gefeierte wie auch umstrittene Künstler viele Jahre lang in Bachern am Ammersee, wo er am 10. Juli 1983 auch starb. Werner Egk, mit bürgerlichem Namen Werner Mayer, wurde am 17. Mai 1901 in Auchsesheim, ein  Stadtteil von Donauwörth, geboren. Den internationalen Durchbruch als Opernkomponist schaffte er 1935 mit „Die Zaubergeige“, die zur meistgespielten Deutschen Oper wurde. Kritisiert wurde Egk in der Nachkriegszeit dafür, dass er, wie auch Carl Orff, für die Eröffnungsfeier bei den olympischen Spielen 1936 die Musik sowie etliche weitere „Gebrauchskompositionen“ geschrieben hatte. Einen spektakulären Erfolg feierte er 1948 mit der Aufführung seines Balletts „Abraxas“. Seine Deutung der Faust-Adaption von Heinrich Heine löste beim Münchner Publikum tumultartige Begeisterungsstürme und zur Premiere 48 Vorhänge aus. Lediglich der damalige Bayerische Kulturminister störte sich an dem „unmoralischen“ und „gotteslästerlichen“ Werk. Alois Hundhammer (1900 bis 1974) ließ das Stück kurzerhand absetzen. Der Opernskandal war perfekt und Egk hatte, wenn auch ungewollt, eine ungeahnte Publicity. „Abraxas“ ging an die städtische Oper nach Berlin und wurde 116 Mal aufgeführt. Aber auch in Inning sorgte Werner Egk für Aufregung und unter den Einheimischen. Vor 50 Jahren ließ er sich am Ammersee nieder und plante zum Entsetzen der Einheimischen ein südländisch angehauchtes und luxuriös anmutendes Domizil. Um es überhaupt bauen zu dürfen, mussten die Behörden eine Sondergenehmigung erteilen. In seinen Erinnerungen „Die Zeit wartet nicht“ schreibt Egk dazu: „Es gab auch einen Kräfte zehrenden Hausbau in Inning mit allem Drum und Dran, der schließlich zum besten geriet und wo wir lebenslang bleiben wollen.“ Hier entstanden auch die Opern „Der Revisor“, eine Opernfassung von Kleists „Die Verlobung in San Domingo“ und „Siebzehn Tage und vier Minuten.“ Die Inninger selbst konnten laut Volkmann nur wenig mit der etwas schweren Musik Egks anfangen. Schlossen aber Frieden mit dem später etwas schrullig gewordenen Spaziergänger, der sich über nicht in die Landschaft passende Obstgärten aufregte. Begraben liegt Werner Egk in Donauwörth, wo er auch zum Ehrenbürger ernannt wurde. pop

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