Deko-Gams und Glaskuppel

Nur auf Bestellung erhältlich: Die Geschichte von der „Pilsen-Südsee“ von Helmut Schwarz. Foto: pop

„Was wäre, wenn?“, fragt sich Helmut Schwarz, Lüftlmaler aus Hechendorf, des Öfteren, wenn er verträumt auf den Pilsensee rausschaut. Ja, was wäre, wenn sich vor etwa 40 Jahren das Münchner Planungsbüro für Freizeitgestaltung ausgetobt hätte.

„Repräsentant war damals Guido Baumann, bekannt durch Robert Lembkes Ratespiel Was bin ich?“, erinnert sich Schwarz. Baumann und das Planungsbüro hatten die Idee, direkt am idyllisch gelegenen Pilsensee-Ufer auf einer Fläche von rund 45.000 Quadratmetern ein Freizeit- und Erholungsgelände zu errichten. „Der favorisierte Standort war am Beginn des Aubauchweges“, erzählt Schwarz. Die Planer stellten sich große Liegeflächen mit Palmen vor, viel Gastronomie, eine Seebühne und eine Tiefgarage. Seitwärts davon hätte gerade noch das Schloss Seefeld und rechts des Freizeittempels die Hechendorfer Kirche hervorgespitzt. Der freie Blick aber über den Pilsensee mit dem Herrschinger Moos und das Kloster Andechs auf dem Höhenrücken wäre durch hoch aufragende Palmenbestände, künstliche Felsen, die man mit Dekorations-Gemsen bestückt hätte, verdeckt gewesen. Nachts, so die Vorstellungen der damaligen Investoren, waren auf der Seebühne folkloristische und komödiantische Darbietungen geplant. „Grauenhaft“, sagt Schwarz. Immerhin sollten 10.000 Gäste täglich die Investitionskosten wieder hereinbringen. „Hätte gerade noch gefehlt, dass unser romantisches Aubachtal unter eine gigantische Glaskuppel gepackt worden wäre.“ Bürgerproteste und letztendlich auch das fehlende Geld verhinderten damals das Projekt. „Gott sei Dank wurde nichts daraus. Das Aubachtal wäre versaut gewesen“, freut sich der gebürtige Hechendorfer. „Möglich aber auch, dass heute eine Bauruine von den hochtrabenden Plänen zeugen würde, weil den Investoren das Geld ausgegangen ist oder einfach das Besucherinteresse nicht den Vorstellungen der Planer entsprochen hat.“ Die Geschichte von der „Pilsen-Südsee“ hat Helmut Schwarz, wie weitere Erinnerungen aus einer Zeit zwischen 1948 und 1965, in einem 130 Seiten dicken Buch niedergeschrieben und illustriert. Da jedes Exemplar extra angefertigt werden muss, ist es nur auf Bestellung im Hechendorfer Schreibwarenladen, Inninger Straße 1, erhältlich.

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