Kein Denkmalschutz

Charakter reicht nicht aus

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Andechs – Einen Denkmalschutz für das Wieninger-Schlösschen wird es wohl nicht geben. Die Meldung von der Pressestelle des Max-Planck-Instituts für Ornithologie erreichte kürzlich Bürgermeisterin Anna Neppel.

„Nach einer Begehung des Bayerische Landesamt für Denkmalpflege im Februar diesen Jahres teilte die Behörde heute mit, dass die baulich künstlerische Qualität der Forschungsanlage beziehungsweise der dokumentarische Charakter der so genannten Schlafbunkers nicht für eine Denkmalstellung ausreichen.“ In dem einstimmig gefassten Beschluss am Dienstag vergangener Woche sprach sich der Andechser Gemeinderat einstimmig für die Vorbereitung einer „Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ aus. Dem folgt in der Regel ein Be-bauungsplan, der die Grundstücksnutzung regelt. Abgelehnt hatte das Amt den Antrag wegen eines Umbaus in den 60er Jahren. Damals wurden Böden herausgerissen, Wände versetzt und außen am Gebäude Türmchen entfernt. Das alles habe dessen Struktur verändert und somit nicht mehr schützenswert gemacht, so die Rathauschefin. Mit der Entscheidung gegen einen Denkmalschutz wäre jetzt der Weg für den Abriss der vor 150 Jahren gebauten Villa frei und die 30.000 Quadratmeter Fläche könnte verbaut werden. Je enger die bebaute Fläche, desto höher der Verkaufspreis - und das wiederum würde sich negativ auf das Ortsbild auswirken. „Weder dem Institut, noch der Max-Planck-Gesellschaft kommt der Verkaufserlös zu Gute“, sagte Birgit Egen auf Nachfrage. Die Gelder flößen zurück an die Bund-Länder-Kommission, so die Referentin der Geschäftsleitung des MPG. „Trotz Umbau ist das Schlösschen prägend im Ort“, betont Neppel und tritt zumindest für den Erhalt der Außenfassade des Schlösschens ein. Damit spricht sie nicht nur einigen Gemeinderäten aus der Seele, son-dern auch vielen Erlingern, die mit Sorge auf das zu verkaufende Anwesen blicken. Einen Erhalt des Anwesens an der Von-der-Tann-Straße 3-9 kann man vermutlich nicht erzwingen, aber man „darf nichts unversucht lassen“. Mit dem Beschluss gewinnt die Gemeinde erst einmal Zeit und möchte sich in naher Zukunft mit dem Grundstücksbesitzer zusammensetzen. In gemeinsamen Gesprächen wollen sie die zukünftige Nutzung diskutieren und aufeinander abstimmen und so einer überbordenden Bebauung vorzeitig entgegenwirken. Die Gemeinde bevorzugt eine gemischte Nutzung mit Wohnen sowie privaten und öffentlichen Einrichtungen verbunden mit der Schaffung von Arbeitsplätzen. Auch die Bürger sollen mit eingebunden werden. Schließlich kam aus ihren Reihen der Appell an die Gemeinde, sich einzubringen. „Hätten wir das Geld, würden wir kaufen“, sagte sie und bedauerte, dass das im Zuge der aktuell anstehenden Investitionen nicht möglich sei. mk

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