Dorfladen

Viel Bio und ein Treffpunkt für alle

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Steinebach – Vier Jahre lang arbeiteten die Ehrenamtlichen daran, dass im Zentrum Steinebachs ein Dorfladen entstehen kann. Er soll ganz anders aufgestellt sein als der herkömmliche Supermarkt, klein und besonders fein sozusagen. Das könnte nun bald wahr werden.

Als 2013 der Tengelmann in Steinebach sein Tor schloss, war die Aufregung groß. Viele in der Bevölkerung und alle politischen Gruppierungen forderten einen Dorfladen – und ein paar Bürger schlossen sich erst als Initiative, dann als Verein zusammen und gründeten schließlich eine Unternehmergesellschaft (wir berichteten). Der Dorfladen ist in greifbare Nähe gerückt und die Aussichten sind gut, dass 2017 die ehemalige Sparkasse einen kleinen Vollsortimenter beheimatet, der neben Allerlei für den Alltag auch noch einen sozialen Zweck erfüllt. Die Kritik, dass das zu lange dauert, möchte Mitglied Hanna Weber so nicht stehen lassen. „Wir machen das alle ehrenamtlich neben unserer Arbeit“, argumentiert die Vereinsvorsitzende. Vor einiger Zeit holten sie mit Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk einem Profi mit ins Boot. „Er sagte uns von Anfang an, dass von der Idee bis zur tatsächlichen Eröffnung eines Ladens vier bis fünf Jahre verstreichen können.“ Anfang des Jahres machten die Vereinsmitglieder eine Haushaltsbefragung. Dabei hielt sich der Wunsch nach einem Dorfladen oder Supermarkt die Waage. Ein Konzept haben die Initiatoren auch schon erstellt. Dabei steht nicht nur der Laden als Vollsortimenter im Vordergrund, sondern der Treffpunkt für Wörthsees Bürger. Und die Lebensmittel sollen sich mit viel Bio oder besonderem Brot für Allergiker von der Massenware der Supermärkte abheben. Alles nach Möglichkeit aus der Region. Darauf beruht auch der Vereinsname „WIR“: Wörthsee Isst Regional. „Regional heißt auch wirklich aus der Region – lokal also“, definiert Weber den kilometermäßig oft großzügig gehandhabten Begriff um. Angedacht ist auch ein Café, ein Lieferservice im Sinne der Umwelt mit dem Fahrrad, ein Internetshop und ein persönlicher Abholservice für Senioren. Die Fahrten würden Ehrenamtliche übernehmen, im Laden aber sollen Arbeitsplätze entstehen. „Mit Gehältern, von denen man leben kann“, betont die Vorsitzende. Erste Bewerbungen liegen schon vor. Das „Wo“ kristallisiert sich auch schon heraus: Nächste Woche finden erneut Gespräche mit der Kreissparkasse über die Mietkonditionen für die rund 150 Quadratmeter große Fläche statt. „Wir nähern uns einander an.“ Parkplätze seien auch genügend vorhanden. „Wir können mehr als gesetzlich vorgeschrieben anbieten.“ Im Mai gründeten die Mitglieder die Unternehmergesellschaft. Das war eine der Voraussetzungen, dass die 30 Prozent Fördergelder des EU-Förderprogramms LEADER fließen. „Die Zusage ist 99 Prozent sicher“, so Weber. Noch fehlen ein paar Unterlagen wie der Mietvertrag und die Bürgschaft, der die Gemeinderäte mit der Auflage zustimmten, dass das Landratsamt jene absegnet – von dort ging der Ball wieder an die Kommune zurück. Die ausgegebenen Anteilsscheine nähern sich bereits den notwendigen 87.000 Euro. Nach der Zusage der Fördergelder kommt die Nutzungsänderung, dann geht der Umbau los. „Das Weihnachtsgeschäft können wir wohl nicht, wie einmal erhofft, mitnehmen, aber wir hoffen auf das Ostergeschäft“, bleibt Weber zuversichtlich. Mehr Informationen über den Steinebacher Dorfladen gibt‘s im Internet unter www.dorfladen-woerthsee.de. mk

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