Einbau öffentlicher Toiletten am Bahnhof Possenhofen noch zu teuer

„Das Geld nicht mit beiden Händen zum Klofenster rausschmeißen“ - mit diesen Worten machte Pöckings Gemeinderat Rudolf Grießer (Grüne) deutlich, was er von den Kosten in Höhe von 141.000 Euro für den Einbau öffentlicher Toiletten im Bahnhof Possenhofen hält. Er regte an, noch einmal nach Einsparungen zu suchen. Mit 14:6 Stimmen sprach sich der Gemeinderat für eine neuerliche Überarbeitung aus.

Mit ein Grund für die hohen Kosten: Die Verlegung des bisherigen Zugangs, der sich noch auf der Südseite des Nordflügels unter dem Vorhallendach befindet – allerdings seit Jahren von der Bahn verschlossen gehalten wird. Künftig soll er nun an der Nordseite sein (dort ersetzt er ein großes Mittelfenster durch eine Tür – die beiden daneben liegenden bisher zugemauerten Fenster werden geöffnet). Dass es Bedarf für öffentliche Toiletten für Gäste und Museumsbesucher im Bahnhof gibt, war im Gemeinderat unbestritten. Angesichts der Kosten aber sprachen einige bereits von einem „königlichen Klo“. Auch der neue Zugang und die Raumaufteilung der insgesamt 40,1 Quadratmeter großen Fläche für Damen-, Herren- und Behindertentoilette war für die Mehrheit nicht optimal. So fand Barbara Baumer den Bereich für die Frauen viel zu eng und regte an, die Toilette größer und mit Wickelbereich zu gestalten – und dafür eines der zwei geplanten Waschbecken weg zu lassen. Laut Bürgermeister Schnitzler (PWG) „verbaut man sich mit dem vorgelegten Entwurf nichts für die Zukunft“, sollte die Gemeinde doch einmal den Bahnhof kaufen wollen. Außerdem bekomme die Gemeinde für den bisherigen Toilettenzugang keine Dienstbarkeit. Für die neue Raumaufteilung plus Zugangsverlegung hat Pöcking dagegen bereits eine Dienstbarkeit im Grundbuch zur Sicherung des Betriebes eintragen lassen können (das ist fast wie Eigentum). „Lassen wir uns nicht von den Kosten ins Bockshorn jagen“, plädierte auch Christoph Plathner (ÜWG) für die vorgelegte Planung. Schließlich habe man viel nachgedacht und ein halbes Jahr an den Plänen gearbeitet. „Das sollten wir nun nicht wieder in Frage stellen“, so der ÜWG-Gemeinderat. Doch es nützte nichts. Die Mehrheit stimmte dafür, sich wie es Stephan Schmidpeter angeregt hatte, „Zeit zu nehmen, um die Ungereimtheiten“ zu beseitigen und sich „weitere Alternativen aufzeigen zu lassen“.

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