Elektroauto

Durch die Sonne geladen

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Weilheim/München – Laurin Hahn, Navina Pernsteiner und Jona Christians – drei junge Menschen, die ein Ziel verfolgen: Das erste Elektroauto mit Solaranlage zu bauen.

Ihr Unternehmen nennt sich SonoMotors. Den ersten Pre-Prototypen gibt es schon. Dieser wurde in den vergangenen vier Jahren entwickelt. Nun möchten die drei einen Schritt weiter gehen: Ihr Auto, genannt Sion, auf die Straßen bringen. Den Jungunternehmern ist es wichtig, dass es ein Elektroauto für alle ist. „Elektromobilität ist soviel mehr als nur eine nachhaltige Mobilität. Es geht um die Abhängigkeit von Erdöl und das Verursachen unzähliger Konflikte. Es geht um Fahrspaß, der mit keinem Verbrenner gleichzusetzen ist. Es geht um Lärmreduzierung in den Großstädten. Es geht um jeden Ölfleck auf dem Asphalt, den wir täglich auf unserem Weg zur Arbeit sehen“, erklärte Navina Pernsteiner, die in Weilheim und Huglfing groß geworden ist. Die Effizienz spielt für die drei Jungunternehmer eine große Rolle: Allein von der Energiemenge, die nur zur Raffinierung von sieben Litern Benzin benötigt wird, kann der Sion schon 100 Kilometer weit fahren. „Vielleicht versteht ihr jetzt ein bisschen besser, warum wir denken, dass sich etwas ändern muss. Uns war von der ersten Stunde an klar, dass dieses Vorhaben ein hohes Risiko zum Scheitern birgt. Aber wir haben nichts zu verlieren. Wir haben keinen großen Investor hinter uns, der uns Druck macht. Wir müssen keine Anleger bei Laune halten. Oder uns besser verkaufen, als wir wirklich sind. Wir glauben daran, dass wir mit Offenheit weit mehr erreichen“, so Pernsteiner. Zwei Modelle wurden konzipiert. Der Sion Extender: Er kostet 16.000 Euro, hat eine Reichweite von 250 Kilometern und 43 kW Schnellladefähigkeit. Das kleinere Modell, der Soin Urban, liegt bei 12.000 Euro und hat eine Reichweite von 120 Kilometern sowie 22 kW Schnellladefähigkeit. Wie ist der Name Sion eigentlich entstanden? „Das ist eigentlich ganz leicht erklärt. Das war ein Graffiti. Laurin hatte den Namen gesehen und er hatte ihm gefallen“, so die 27-Jährige. Und wo sind die Solarflächen? Das System viSono ist eine grundlegende Neuentwicklung, bei welcher Solarzellen in die Karosserie des Fahrzeugs integriert werden. Diese sollen dem Fahrzeughalter ermöglichen, seinen Sion über mehrere Tage nicht nachladen zu müssen (vollständige Autarkie). Das Dach, die Motorhaube, das Heck und die komplette seitliche Karosserie bestehen aus monokristallinen Siliziumzellen, die mit einer acht Millimeter dicken Polycarbonat-Schicht überzogen sind. 2-Polycarbonat hat den Vorteil, unzerbrechlich und besonders witterungsbeständig zu sein. Außerdem ist es wesentlich leichter als Glas“, so Pernsteiner. Aber, wie die drei erklären, ist das noch nicht alles: Das Modell Sion verfügt über ein bidirektionales Ladesystem. Was das bedeutet? Hinter diesem System verbirgt sich die Idee, das Fahrzeug als mobilen Speicher nutzen zu können. Mit einer Fläche von 8 Quadratmetern wird so viel Strom erzeugt, dass zusätzlich 30 kostenlose Kilometer an einem Tag zu Verfügung stehen. Das Konzept bresono (breathsono) ist einfallsreich und einfach zugleich. Im Innenraum des Wagens wird ein einzigartiges Moos in das Armaturenbrett integriert. Dieses Moos wirkt als natürlicher Luftfilter mit positiven klimatischen Eigenschaften und filtert somit Feinstaubpartikel aus der Luft. Dann folgt Resono: Ein eigens entwickeltes Instandhaltungssystem garantiert günstige Unterhaltskosten. Die kostenlose Offenlegung des Werkstatthandbuchs ermöglicht ein ausgebautes Servicenetzwerk von Anfang an. Und das Beste: Die Kosten bleiben niedrig. Dann ging es an die Vermarktung. Mit Hilfe von Markus Adam und Daniel Falk von HDRI Production und itrip, einer nachhaltigen aus München, wurde das Werbevideo gedreht und geschnitten. Hahn, Pernsteiner und Christians starteten am 31. Juli ein Crowdfunding. Ihr Ziel ist es, 150.000 Euro zu sammeln, um ihren Sion bauen zu können. „Bisher bekamen wir nur positives Feedback auf unseren Sion. Viele haben und auch schon angeschrieben und das Crowdfunding läuft ganz gut, aber wir sind leider noch nicht am Ziel angekommen“, sagte Pernsteiner. Bis zum 5. September kann jeder noch das Unternehmen finanziell unterstützen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.sonomotors.com holen. Dort steht auch alles zum Thema Crowdfunding. aja

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