Eltern machen mobil

In Herrsching hat sich am Montagabend eine Gemeinde übergreifende Elterninitiative für einen zweites staatliches Gymnasium im westlichen Landkreis gegründet. Unter dem Vorsitz des Hauptinitiators Jens Waltermann aus Breitbrunn will die Gruppierung die Bemühungen der Bürgermeister und deren Gemeinderäte aus dem Landkreis-Westen sowie des Kreistags für eine neue Schule – idealer Weise in Herrsching – unterstützen. Als Vorbild dient die Initiative, die vor Jahren auf der anderen Seite des Ammersees in Dießen erfolgreich war. Bürgermeister Christian Schiller rief den rund 80 Versammelten zu, „wir waren noch nie so weit dran, ein eigenes Gymnasium zu bekommen“.

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Nebenraum im „Andechser Hof“, zahlreiche Eltern aus Herrsching, Breitbrunn und Widdersberg sowie den Nachbargemeinden Andechs, Inning, Seefeld und Wörthsee wollten aus erster Hand erfahren, was es mit dem bereits in der Bürgerversammlung angekündigten Elternverein auf sich hat. Mit dem Hintergrund, dass täglich rund 500 Schüler allein aus Herrsching (Seefeld 300, Wörthsee und Inning jeweils 200) in die Gymnasien Gilching, Germering und Tutzing auspendeln, hat Schiller bereits vor Weihnachten angekündigt, sich für eine neue Schule im Gemeindegebiet stark zu machen. In der Versammlung teilte er mit, dass er mit seinen Plänen bei allen entscheidenden Gremien im Landkreis auf offenen Ohren gestoßen sei. So seien im Kreishaushalt bereits zehn Millionen Euro für die mittelfristige Planung eingestellt worden, weiter unterstütze der Schulzweck-verbands-vorsitzende für den westlichen Landkreis, der Wörthseer Bürgermeister Peter Flach, das Vorhaben. Und Landrat Karl Roth hat erst auf der Bürgerversammlung in Breitbrunn seinen Gedanken freien Lauf gelassen, möglicherweise zum Gymnasium noch ein Hallenbad errichten zu wollen. Trotz aller positiven Signale – etwa der Aussage eines Gutachtens von 2004, dass dem Kreis den Bau eines weiteren Gymnasiums im Westen empfohlen hat, einer guten S-Bahn-Anbindung und dem großen Interesse der Eltern – warnte Schiller vor allzu schnellen Ergebnissen. „Es handelt sich hier um ein Projekt mit einer Bausumme von 20 Millionen Euro, das kann zwischen drei und fünf Jahren dauern.“ Die Ziele des Fördervereins umriss der frischgebackene erste Vorsitzende Jens Waltermann: Neben der Unterstützung der Politik will der Verein mit eigenen Aktionen selbst an die Öffentlichkeit gehen. Dazu werde man demnächst eine eigene Homepage gestalten, einen E-Mail-Verteiler aufbauen und mit Veranstaltungen auf die Initiative aufmerksam machen. „Der reichste Landkreis in Deutschland ist Netto-Exporteur von Gymnasiasten“, sagte Waltermann. Weitere Infos zum Förderverein für ein „zweites Gymnasium im westlichen Landkreis Starnberg“, so der offizielle Titel, gibt es vorerst unter gymnasium.herrsching@callaconcept.de.

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