Entscheidung im Juli

Architektin Claudia Schreiber hat derzeit viel in Herrsching zu tun. Neben der Feuerwehr-Erweiterung (siehe weiteren Bericht) ist sie auch mit dem Rathaus der Ammerseegemeinde beschäftigt. Dieses platzt bekanntlich aus allen Nähten; der Gemeinderat hat Schreiber daher beauftragt, neben einem Neu- beziehungsweise Erweiterungsbau an Ort und Stelle, auch den Alternativstandort an der Bahnhofstraße 36 und 38 zu prüfen. Vorteil gegenüber der jetzigen Adresse: Städtebaulich könnte der Platz rund um den Bahnhof nur profitieren. Und auch die Lage wäre zentraler als heute.

Die Architektin stülpte in ihrer Machbarkeitsstudie die vom Gemeinderat favorisierte Variante 1c (wir haben berichtet) über das Post-Grundstück. Das Areal zwischen Bahnhof, VR-Bank und dem Gebäude der Herrschinger Insel bietet aus städteplanerischer Sicht mehr Möglichkeiten, erläuterte Claudia Schreiber. „Am Standort des alten Rathauses verbietet sich etwa wegen der Nähe zur Kirche etwa ein dreigeschoßiges Gebäude“, nannte sie einen Vorteil der Bahnhofstraße 36 und 38. Wie berichtet, hat die Gemeinde im vergangenen Winter das Grundstück der heutigen Postfiliale gekauft. Es liegt direkt neben der bereits im Gemeindebesitz befindlichen Bahnhofstraße 38. Dort hat unter anderem die Herrschinger Insel und die Herrschinger Tafel Platz gefunden. Mit einem neuen Rathausgebäude könnte an dieser Stelle die „Dominanz der VR-Bank“, wie Schreiber es formulierte, städtebaulich genommen werden. Weiter könnte gleich der komplette Bahnhofsbereich neu geordnet werden, im Zuge einer großen Bebauung müsste dann jedoch das Anwesen der Herrschinger Insel weichen. Plant man kleiner, etwa in Form eines Kubus mit einem reduzierten Gemeindesaal, könnte der Abriss der Post genügen. Auch eine Tiefgarage hat die Architektin für bis zu 45 Pkw’s vorgesehen. Nachteil: Errichtet die Kommune dort etwa ein Wohn- und Geschäftshaus, könnte sie einen nicht unerheblichen Erlös erzielen. „Sie müssen sich überlegen, was sie dort noch so machen könnten, auch städtebaulich“, so Schreibers Denkanstoß an die Gemeinderäte. Uneins war man sich in der CSU-Fraktion. Während Stefan Feneberg dafür plädierte, dort ein Geschäftsgebäude mit Arztpraxen zu errichten, warb Klaus Pittrich für einen zentralen Treffpunkt mit Rathaus mit Gemeindesaal. „Da werden wir in den saueren Apfel beißen müssen“, betonte er und dürfte vor allem den Abriss der Hausnummer 38 und die – mit Sicherheit – deutlich höheren Kostengemeint haben. Letztere dürften kaum geringer ausfallen, wenn die Herrschinger Insel nicht abgerissen wird. Schreiber, die das Haus bislang nur von Außen in Augenschein genommen hat, warnte den Gemeinderat schon mal vor: „An dem Gebäude müsste auf jeden Fall was gemacht werden.“ Wolfgang Schneider (SPD) möchte das „für Herrsching so typische Gebäude“ an der Bahnhofstraße 38 unbedingt erhalten. „Es ist eine Lösung mit der Nummer 38 gefragt“, sagte Schneider. Ob das Post-Grundstück letztlich nicht auch zu eng für ein Rathaus ist, soll unter anderem in dem Seminar über die bauliche Zukunft der Ammerseegemeinde am 18. Juli geklärt werden. „Dafür brauchen wir Zahlen“, mahnte FDP-Gemeinderat Rudolf Winter an, diese seien für eine Entscheidung letztlich ausschlagend.

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