Erste Flüge im Sommer

Aller guten Dinge sind drei. Nachdem die Ankunft des Forschungsflugzeuges HALO zwei Mal verschoben werden musste, landete der Jet am Samstag im Heimat-Flughafen Oberpfaffenhofen. Ab diesen Sommer sind die ersten wissenschaftlichen Flüge geplant.

Ursprünglich sollte das neue Mitglied der Forschungsflotte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen bereits am 19. Dezember eintreffen. Wegen Formalitäten wurde der Heimflug auf Januar verschoben. Auch der zweite, für Freitag angekündigte Termin, fiel flach. Dieses Mal waren es Triebwerksprobleme, die eine Umkehr der bereits in USA gestarteten HALO (High Altitude and Long Range Reserarch Aircraft) notwendig machten. Vorsichtshalber verzichtete nun das DLR, den dritten voraussichtlichen Ankunftstermin bekannt zu geben. Am Samstag, kurz nach zehn Uhr, landete der Jet nach einem neunstündigen Überführungsflug von Savannah nach Oberpfaffenhofen, ohne dass Anwohner etwas mitbekommen hätten. Zufrieden mit der geglückten Landung zeigte sich DLR-Vorstandsvorsitzender Johann-Dietrich Wörner. „Ab sofort können Wissenschaftler mit der HALO die Atmosphäre in einer bisher nicht gekannten Qualität erforschen“, sagte er. Mit einer Reichweite von mehr als 8.000 Kilometern und einer Gipfelhöhe von mehr als 15 Kilometern kann das neue Flugzeug bis zu drei Tonnen wissenschaftliche Nutzlast in bisher nicht erreichbare Regionen über den Ozeanen oder zu den Polen transportieren. HALO wird schon bald das Forschungsflugzeug Falcon ersetzen, das weit weniger leistungsfähig ist und nach fast drei Jahrzehnten im Dienste der Wissenschaft ausgemustert werden soll. „Wir haben uns HALO gewünscht, um höher und weiter als bisher zu fliegen und messen zu können“, betont Professor Ulrich Schumann, Leiter des DLR-Instituts für Physik und Atmosphärenforschung in Oberpfaffenhofen. „Damit schaffen wir die Grundlage für einen wirksameren Klimaschutz und bessere Wettervorhersagen.“ Umgerüstet wurde die als Geschäftsreiseflugzeug entwickelte Gulfstream G550 unter anderem bei der RUAG Aerospace in Oberpfaffenhofen. Die ersten wissenschaftlichen Flüge sind ab Sommer 2009 geplant. Dabei wird es um die Oxidationsfähigkeit der Troposphäre gehen sowie um den Einfluss des Luftverkehrs auf die Bildung von Eiswolken.

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