"Erster Eindruck war gut"

Oberpfaffenhofen – Ein Szenario, das zwar Fluglärmgegner gerne ins Kalkül werfen, das am Samstag jedoch nur inszeniert war: Ein Störfall am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen. Zum Einsatz kamen Feuerwehren und das BRK der Region, die den Ernstfall probten und rund 20 Passagiere retteten.

Die Sicht ist schlecht, und der Pilot hat Probleme, als er am Samstagvormittag zur Landung auf dem Sonderflughafen in Oberpfaffenhofen ansetzt. Das Manöver mündet in eine Katastrophe: Das zweimotorige Flugzeug vom Typ Dornier 228 setzt unsanft auf und kommt von der Piste ab. Eine Tragfläche bohrt sich in die Wiese und bricht ab. Das Triebwerk fliegt im hohen Bogen über die Landebahn und bleibt brennend im Gras liegen. Als das Wrack endlich zum Stehen kommt, hängt die fünfköpfige Besatzung bewusstlos in den Sicherheitsgurten - der Pilot ist in seinem Cockpit eingeklemmt. Eine Änderung der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung schreibt vor, dass künftig Übungen dieser Art nicht nur auf Verkehrsflughäfen sondern auch auf Sonderflughäfen geprobt werden müssen. Strengen Blickes verfolgten ein Vertreter des Luftamts Südbayern sowie drei Beobachtern der Kreisbrandinspektion Starnberg den Einsatz. Knapp 20 Minuten hatte es gedauert, bis die Feuerwehren aus Oberpfaffenhofen und Gilching mit vier Fahrzeugen angerückt waren. Die Werksfeuerwehr der EDMO war bereits da. Unter den aufmerksamen Blicken von Zaungästen wurden die verletzten Passagiere behutsam aus dem rauchenden Flugzeug gezogen und zur Sammelstelle gebracht. Dort kümmerten sich die zwischenzeitlich eingetroffenen Ärzte und Sanitäter des BRK um sie. Die Feuerwehrmänner tragen Atemschutzgeräte, die sie vor dem beißenden Qualm schützen. Den Piloten befreien sie mit Spezialgerät aus seiner misslichen Lage, während mit einem Wasserwerfer das noch brennende Triebwerk gelöscht wird. Es sieht so aus, als klappt alles wie am Schnürchen. Auch die Verantwortlichen sind zufrieden, ohne jedoch dem Urteil der Beobachter vorgreifen zu wollen. „Der erste Eindruck war gut“, sagt Alois Vogt, Leiter der Werksfeuerwehr, und Kreisbrandmeister Florian Berleb pflichtet ihm bei: „Die Zusammenarbeit hat hervorragend geklappt.“ Gedankt wurde den Verantwortlichen der AERO-Bildung, die das ausgemusterte Flugzeug zur Verfügung gestellt hatten und der Tutzinger Feuerwehr, die für die pyrotechnischen Effekte sorgte. Der Ernstfall muss alle zwei Jahre geprobt werden. „Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit“, sagte Thomas Warg, Pressesprecher der EDMO-Flughafenbetreibergesellschaft.

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