Erster Workshop des Starnberger Stadtmarketings

Wo genau ist sie eigentlich dingfest zu machen, die Starnberger Identität? Das Stadtmarketing hat sich nun auf die systematische Suche gemacht, eine „Marke“ für Starnberg zu etablieren – zu einem erstem Workshop in der Kleinen Schlossberghalle kamen vergangene Woche rund 25 Interessierte.

Lars Werkmeister, seit September vergangenen Jahres als „Stadtförderer“ engagiert, konnte somit nur einen „intimen Kreis“ begrüßen, denn angeschrieben hatte das Stadtmarketing immerhin rund 150 einheimische Geschäfts- und Firmeninhaber. „Dies ist der Startschuss für ein Leitbild, das als Identifikation für die Starnberger entwickelt werden soll“, skizzierte Werkmeister den Weg, den er möglichst unter kontinuierlicher Mitwirkung der Ladeninhaber gehen möchte. Beschränkt aufs Kommerzielle soll die Identitätsfindung allerdings nicht bleiben: Es gehe um eine „Dach-Marke“ für Starnberg, so Werkmeister, eine „Coporate identity“ mit entsprechendem Logo und „Untermarken“ zur Diversifikation der verschiedenen Starnberger Qualitäten. Der Stadtförderer forderte die Besucher der Veranstaltung auch gleich zur praktischen Mitarbeit auf: „Welche Bilder sehen Sie, wenn Sie an Starnberg denken?“ Auf papierbedeckten Tischen waren insgesamt sieben Themen-Felder vorgegeben, zu denen man mittels „Permanent Marker“ eigene Stichworte subsumieren konnte (Schritt 1): „Landschaft und Sehenswürdigkeiten“, „Einkaufen“, „Stadtbild“, „Wohnen und Leben“, „Wirtschaftsstandort“ und „Persönlichkeiten“ lauteten die Vorgaben, zu denen man eigene Assoziationen ergänzen durfte. Dabei kamen zum Teil erwartbare Nennungen heraus („König Ludwig“ bei den Persönlichkeiten; „viele alte schöne Villen“ beim Stadtbild), aber auch Erstaunliches: „Dörflichen Charakter mit persönlichem Flair“ bescheinigte jemand der staugeplagten Kreisstadt allen Ernstes, aber es ging ja darum, Positives zu suchen und zu finden und nicht herumzumäkeln. In einem zweiten Schritt konnten die Teilnehmer dann zu den in Schritt 1 gemachten Aussagen den Grad ihrer Zustimmung zum Ausdruck bringen – von einer hellblauen „1“ („voll und ganz“) bis zu einer roten „5“ („überhaupt nicht“). Ohne das für bald zugesagte Auswertungsergebnis vorweg nehmen zu wollen, konnte man bereits beobachten, dass „rote Zustimmung“ optisch klar überwog: Die Starnberger Alleinstellungsmerkmale und positiven Merkmale, sie reichen offenbar über die Lage am See weit hinaus. „Ein Kommunikationsmedium, aus dem wir Vorteile ziehen können“, soll die „Marke Starnberg“ laut Werkmeister sein. Analog zu „Marken“ wie Hamburg, Sylt („Meer, Leidenschaft, Leben“), Kitzbühel oder Minden-Lübbecke (Werkmeisters Heimatstadt) will man sich eine nach außen sichtbare Identität verpassen, ein unverwechelbares Logo, welches dies alles auch grafisch vereint. Stadtrat und Bürgermeister stehen mit ihrer Entscheidung wohl am Ende dieses Selbstfindungsprozesses. In den „wollen wir als Gruppe auch weiterhin gerne begleitend involviert sein“, forderte Ole Schultheiß im Namen der erschienenen Geschäftsinhaber. Beteiligen sollten sich aber auch die „Normalbürger“ - die jemand als Starnberger „Positivum“ ebenfalls benannt hatte.

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