Finanziell wird des enger

Der TSV-Gräfelfing hat seinem Vorstand großes Vertrauen ausgesprochen und ihn für die nächsten zwei Jahre wiedergewählt. Im Rahmen der Jahresversammlung vergangene Woche votierten die Mitglieder mehrheitlich mit 63 von 64 Stimmen für die Wiederwahl des 1. Vorsitzenden Christoph Göbel. Stellvertreter bleibt Nikolaus Ziegner mit 61 Stimmen. Ebenfalls im Amt bestätigt wurden Schriftführerin Annemie Schlaugk und Schatzmeister Hans Georg Zilker. Josefine Kukan bleibt weiterhin geschäftsführendes Präsidiumsmitglied.

Der Kanon der Abteilungsberichte zeige, wie aktiv und erfolgreich der Verein auf Landes- und Bundesebene sei und wie breit die Palette an sportlichen Angeboten sei, so der Präsident. Selbst die kuriosesten Sportarten werden hier ausgeführt. „Wir haben einen hohen Mitgliederstand und hoffen, dass er auch 2009 auf ähnlich hohem Niveau standhält. Das bedeutet aber auch, dass wir mit unserer Kapazität in die Enge getrieben werden.“ Glücklicherweise ist die Turnhalle der Volkschule Gräfelfing endlich in Betrieb - auch wenn die Sportler aufgrund Reparaturarbeiten derzeit noch einen „abenteuerlichen Eingang“ passieren müssen. Ideal sei dies nicht. Durch die Errichtung einer neuen dreifach Turnhalle der Realschule Gauting wird sich die Lage jedoch entspannen. „Als Mitglied im Zweckverband Staatliche Würmtal-Realschule Gauting haben wir einen Anspruch auf Hallenbelegung“, erklärte Göbel. Dann wird sich auch die Raumnot für die Handballer erheblich verbessern. Heiß diskutiert wird auch die Anschaffung einer eigenen Tennishalle. Aufgrund hoher Kosten durch teure Platzmieten wird ernsthaft überlegt, wie sinnvoll eine eigene Tennishalle ist. Bereist beschlossene Sache ist der Bau eines neuen Kunstrasenspielfeldes. Die Bauarbeiten hierzu starten noch diese Woche. Ursprünglich sollten diese bereits seit dem 14. April laufen. „Dies ist deshalb nicht der Fall gewesen“, erklärte Göbel, „weil wir uns für diese Investition um ein bayerisches Fördergeld in Form eines sechsstelligen Betrages engagieren.“ Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn das Projekt bereits am laufen ist. Mit bis zu 450.000 Euro unterstützt die Gemeinde Gräfelfing die notwendige Maßnahme um eine „bessere Trainingsinfrastruktur für die fünf Kleinmannschaften zu schaffen. Für den Kunstrasen brauchen wir nicht die volle Summe, aber wir haben eine gewisse Abfederung“. Göbels Dank richtete sich vor allem an den Gemeinderat, der diese Entscheidung mitgetragen hat. Aber auch der Verein trägt einen Teil zu den Gesamtbaukosten durch Eigenleistung und Sponsoring bei. Fast 40.000 Euro sind bereits an Spenden eingegangen. „Bei den Anfangsbauarbeiten wird uns die Firma Glück kräftig unterstützten“, berichtete der Präsident. Vergangenes Jahr standen wieder einige Sanierungen an. Darunter Reparaturarbeiten am Dach, an den sanitären Anlagen und am Zaun. Ebenfalls erneuert wurde die Mauer entlang des Tennisgeländes. Investiert wurde zudem in eine neue Flutlichtanlage für den Tennenplatz, in eine Beleuchtung im Foyer, in eine Kehrmaschine wie auch in einen neuen Geräteschuppen. Um das Problem der Reinigung besser in den Griff zu kriegen, „müssen wir öfters und professioneller unsere Räumlichkeiten putzen lassen“. Allein die Ausgaben für Investitionen lagen bei 78.016 Euro. Mit Ausblick auf das Jahr 2009 betonte Göbel, dass es finanziell enger wird. In der Gemeindekasse sieht es nicht gut aus und dies bekommt auch der TSV zu spüren. Der Zuschuss bei den Betriebskosten wird heuer auf 250.000 Euro gekürzt. Im Vorjahr waren es 265.000 Euro. Aufgrund steigender Kosten lässt sich eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages nicht vermeiden. Über viele Jahre wurde auf eine Anhebung verzichtet. „Mit der Erhöhung bleiben wir im Rahmen, wie ein Vergleich mit 15 benachbarten Vereine ergab. Für die Kinder bis 13 Jahre stieg der Jahresbetrag von 36 auf 60 Euro. Durch die Erhöhung des Jahresbeitrages nehmen unsere Einnahmen um 36.000 Euro zu“, so Schatzmeister Hans Georg Zilker. Göbel gab aber auch zu verstehen, „dass wir ein Verein sind und kein Dienstleister. Dies ist nicht unser Ziel und dies kann auch niemand von uns erwarten“. Damit appellierte der 1. Vorsitzende vor allem an die Eltern. „Heutzutage ist es ein aussichtsloses Unterfangen ehrenamtlich tätig werdende Eltern zu finden. Es wäre zu wünschen, wenn auch Eltern in Eigenleistung an den Verein treten, sonst funktioniert es nicht.“ Sportlich gesehen, habe der Verein eine phantastische Perspektive. Neben den beachtlichen Erfolgen der Leistungssportler sei es besonders erfreulich, dass das Angebot im Bereich Breitensport so stark nachgefragt werde. „Was die Quantität betrifft, so stehen wir an fünfter Stelle von über 300 Vereinen im Landkreis.“ Für die Senioren gibt es immer mehr Angebote. Vor allem die Turnabteilung setzt hier enorme Maßstäbe, so Göbel und sieht darin einen wichtigen infrastrukturellen Punkt für die Gemeinde. Der Abend endete mit der Ehrung langjähriger Mitglieder, die dem Verein seit 50 Jahren angehören. Göbel würdigte Annemarie Köhler und ihren kürzlich verstorbenen Mann Günther sowie Margarete Walch und Miklos Karoly für ihre Treue über eine so lange Zeit. „Dies bedeutet auch Kameradschaft zu erfahren und weiter zu tragen.“ Mit Miklos Karoly war am Abend nur einer der Jubilare anwesend, der sich sehr gerne an seine aktive Zeit als Handballer in den Jahren 1958/59 erinnert.

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