Forum Bildungsregion Starnberg

Ideenreichtum und Initiativen

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Starnberg – Der Landkreis Starnberg glänzt mit niedrigen Arbeitslosenzahlen und hohem Lebensstandard. Entsprechend viele Menschen wählen das Fünfseenland als ihren Lebensmittelpunkt – und entsprechend hoch sind alleine die Mietpreise.

Das führt dazu, dass besonders hier das konventionelle Modell einer Partnerschaft, in der sich ausschließlich einer um die Kinder kümmert, immer mehr ausstirbt. In Folge dessen steigt der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen und Ganztages-Schulen. Das alles ist Bestandteil der Bildung – und alleine die Reaktionen auf das G8 und die Hochschulreform zeigen: Bildung polarisiert. Die Bildung im Landkreis zu optimieren hatte das zweite Dialogforum bei der Bewerbung zur „Bildungsregion Bayern“ auf der Agenda. Ziel sei es, die Bildungs- und Erziehungslandschaft im Landkreis zu verbessern. Gefördert werden soll die ganze Persönlichkeit, was weit über die gängigen Themen hinaus geht und auch soziale, emotionale, alltagspraktische, musische sowie sportliche Fähigkeiten mit einbezieht. Über allem steht die „zwischenmenschlichen Beziehungen, im Freizeit- und Bildungsverhalten, in der Gesellschaft und im Arbeitsmarkt“, heißt es. In Starnberg ist das Angebot facettenreich, ermittelten fünf Arbeitskreise. Das vorhandene Angebot könnte die Arbeit der Schulen bereichern; Theorie, Praxis und Motivation vereinen. Seit der ersten Auftaktveranstaltung im Januar sei „viel passiert“, so Landrat Karl Roth in seiner Eröffnungsrede. Ihm folgte Anja Ligner, eine Lehrerin aus dem Landschulheimes in Kempfenhausen. Ihr Projekt-Seminar der Q11 hatte sich dem Thema Mode gewidmet. Die verwendeten Stoffe bestehen ausschließlich aus Recyclingmaterial. So entstand ein Rock aus Wachsmalkreiden, eine Jacke aus Mülltüten oder einen Regenmantel aus Schulheften. Projekte wie diese sind es, die Gelerntes sinnvoll verarbeiten und den Schülern und Schülerinnen den Sinn des Lernens vor Augen führen. Im weitesten Sinn hatten auch die Arbeitskreise dieses Ziel vor Augen. Sie machten eine Bestandsaufnahme, erstellten Kooperationsmaßnahmen sowie Verlinkungsmöglichkeiten der verschiedenen Anbieter und hoben Problemfelder hervor. Die bearbeiteten Bereiche umfassten zum Beispiel die Übergänge der verschiedenen Schulstufen, die Vernetzung außerschulischer Bildungsangebote und -träger und Kooperationen zwischen Schulen und Wirtschaft. „Berufsinfoabend und Stellenbörse“ der Herrschinger Realschule oder das „TUM-Kolleg“ des Otto-von-Taube-Gymnasiums in Gauting sind dabei Vorzeigebeispiele. Weitere Leuchtturmprojekte sind das „Lerncamp“ der Mittelschule Herrsching oder das „Gilchinger Sozialforum“. Ebenso im Fokus standen Jugendhilfe einschließlich Jugendarbeit, Ganztages- angeboten und generationenübergreifendem Dialog. Die Vorschläge der Gruppen waren vielschichtig. Schnelle Reaktion auf Problemlagen sollten in Zukunft weitere Arbeitskreise ent-sprechend dem Gilchinger Modell „Jugend“ anbieten. Damit die Erkenntnisse in Konzepte einfließen, dafür sorgt ein „örtlichen Bildungsrat“ sowie regelmäßige „Starnberger Bildungskonferenzen“. Ein Familien- und Bildungsportal des Landratsamtes soll Interessierten demnächst einen generellen Überblick für vorhandene Angebote verschaffen. Und Informations-Veranstaltungen helfen bei der Wahl einer passenden Schule. Erfolgreich installierte Projekte sollen Nachahmer finden, Mütter mit Migrationshintergrund ihr Deutsch verbessern oder Menschen mit Behinderungen stärker mit eingebunden werden. Die Vorschläge sind breit gefächert. Einführungsklassen ins Gymnasium und das Berufsintegrationsjahr ist bereits auf den Weg gebracht und soll benachteiligte Gruppen mindestens zum Schulabschluss, wenn nicht sogar zur Hochschulreife führen. Alles in allem zeigten sich die Mitwirkenden beeindruckt über das breite Angebot, das nicht zuletzt auf Vereine, Verbände und gemeinnützige Einrichtungen zurückgeht - und in Sachen Bildung wichtige Lücken füllt. mk

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