Führungswechsel

Neues Gesicht beim Weißen Ring

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Ihre Wohnung war komplett auf den Kopf gestellt, alle Schubladen heraus gerissen, die Schränke durchwühlt. Die 2.000 Euro Bargeld hatten die Einbrecher freilich entdeckt, und auch den Familienschmuck wollten sie der älteren Dame nicht zurücklassen.

Das Schlimmste jedoch war, dass einer der Täter noch in der Wohnung war als sie aufsperrte. Ohne Vorwarnung schlug er ihr ins Gesicht. Ein Erlebnis, dass der 69-Jährigen bis heute schlaflose Nächte bereitet. Die Einbrecher, das ist die gute Nachricht, konnten wenige Wochen später in einer anderen Wohnung gefasst werden. Doch das Erlebte setzte sich fest, brannte sich ins Bewusstsein ein. Nichts ist mehr so wie vorher. Die Angst ist ein ständiger Begleiter geworden, vor allem wenn es dunkel wird. Bei Gericht und zuvor durch die Polizei werden die Opfer immer wieder mit diesen Geschehnissen konfrontiert. Schnell bleiben sie aber zurück, der Fall ist schließlich aufgeklärt, der materielle Schaden meist behoben. Doch was passiert mit den teilweise traumatisierten Menschen? Seit 1976 gibt es den Verein „Weißer Ring“, der von dem Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann (Aktenzeichen xy) gegründet wurde. Auch im Landkreis Starnberg können sich Opfer von Gewaltverbrechen an die Hilfsorganisation wenden. Ehrenamtliche Helfer des Vereins begleiten zu Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, sie nehmen sich Zeit für Behördengänge. Aus der Vereinskasse werden außerdem auch Anwaltskosten übernommen. An der Spitze des Starnberger Rings gab es vor Weihnachten einen Wechsel. Elf Jahre lang leitete Irene Wilbrand die Starnberger Dependance, jetzt legte die 76-Jährige bei einer kleinen Feierstunde im Landratsamt die Verantwortung dieser nicht ganz leichten Aufgabe in jüngere Hände. Die Gautinger Anwältin Barbara Kolb (38) ist jetzt Ansprechpartnerin aller Opfer im Fünfseenland, sie steht auch dem sechsköpfigen Starnberger Team vor. Von rund 200 Fällen im Landkreis wurde Irene Wilbrand im vergangenen Jahr in Kenntnis gesetzt. Darunter sind, wie berichtet, Einbrüche und Diebstählen, aber auch Gewaltdelikte wie schwere Körperver- letzung und Vergewaltigung. Oftmals kann telefonisch geholfen werden, berichtete auch Barbara Kolb, die seit über zehn Jahren für den Weißen Ring arbeitet. „Vielen ist schon geholfen, wenn ihnen einfach einmal jemand zuhört“, schilderte Wilbrand. Der Weiße Ring ist auf der Suche nach weiteren ehrenamtlichen Helfern, die freilich zuvor entsprechend ausgebildet werden. Wer Interesse hat, wendet sich an Barbara Kolb, Telefon 0151/55164738 oder per Mail an weisser-ring@barbara-kolb.de. po

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