"Es funktioniert nicht mehr"

Gehörten mit zu den Vorreitern, Rapsöl als Kraftstoff anzubieten: Martin Fink (r.) und Wilfried Perschl. Foto: Polster

Es war eine gute Idee, die auch von Umweltschützern hoch gelobt wurde. Doch die Verwertung von Raps als Kraftstoff für Dieselmotoren hat sich nicht bewährt. Die erste Rapsöl-Tankstelle in Argelsried wird nur noch selten angefahren.

Vor ein paar Jahren klang es geradezu ideal: Diesel aus Raps – Treibstoff vom Acker. Zum einen zählte der Umweltgedanke. Andererseits hofften Landwirte, einen neuen Erwerbszweig aufgetan zu haben. Mittlerweile jedoch ist Ernüchterung eingekehrt. „Der Umsatz ist drastisch eingebrochen. Es funktioniert nicht mehr“, räumt Martin Fink jun. ein. Der Landwirt und Waldbauer aus Geisenbrunn gehörte mit Partner Winfried Perschl zu den ersten, die vor fünf Jahren in Argelsried eine Rapsöl-Tankstelle eröffneten. Was sich anfangs relativ gut anließ, gehört längst der Vergangenheit an. Seit der Besteuerung von Rapsöl im Jahr 2007 sei der Preisunterschied zu herkömmlichem Diesel nicht mehr nennenswert, erklärt Fink. Unter anderem haben die Speditionen ihre Lkws gar nicht mehr umgerüs- tet beziehungsweise die Fahrzeuge, die bereits auf Rapsöl umgestellt waren, wieder in den Urzustand zurückversetzt. „Es war zwar immer von einer Besteuerung die Rede. Wir haben aber nicht so Recht daran geglaubt beziehungsweise gehofft, dass die Speditionen, die schon umgestellt haben, auch dabei bleiben. Dies ist leider nicht der Fall." Dazu kommt, dass Kraftstoff aus Rapsöl auch ökologisch keine wirklich guten Noten mehr bekommt. Raps sei eine Ackerfrucht, für die viel Chemie und Energie aufgewendet werden muss, mahnen Kritiker. Für Martin Fink und seinen Partner ist der finanzielle Verlust überschaubar. „Die Investitionen haben sich in Grenzen gehalten, da wir einen überregionalen Partner haben, der das Ganze mit unterstützt hat.“ Und auch die Tankstelle wird vorerst in Betrieb bleiben. Und was wird aus dem Raps? „Rapsöl wird nach wie vor gebraucht. Das Öl ist ja sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch bei der Verarbeitung für technische Schmierstoffe ein äußerst wichtiger Rohstoff.“

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