Geplantes Aldi-Logistikzentrum: CSU ist Zünglein an der Waage

Für die einen unverständlich, dass man auf eine relativ hohe Gewerbesteuer verzichten will. Andere wiederum erteilen dem Aldi-Logistikzentrum auf Gilchinger Flur eine klare Absage. „Es braucht es einen längeren Abwägungsprozess“, stellte Gilchings Bürgermeister Manfred Walter fest.   

Während sich im Landkreis Fürstenfeldbruck mittlerweile die Kreisbehörde eingeschaltet hat und Aldi Süd um jeden Preis halten will, erfährt das Unternehmen in Gilching mehrheitliche Ablehnung im Gemeinderat.  Wie berichtet, hat die CSU-Fraktion einstimmig gegen das Logistikzentrum Stellung bezogen. Unter anderem wegen des befürchten Flächenverbrauchs und einer Verkehrszunahme im Gewerbepark Gilching Süd. „Es ist in jedem Fall ein Projekt, das sich nicht auf die Schnelle entscheiden lässt. Zu viele Komponenten spielen da mit eine Rolle“, erklärte dazu SPD-Bürgermeister Manfred Walter. Der Schlüssel zur endgültigen Entscheidung jedoch liege in den Händen der CSU-Fraktion. „Mit den Stimmen der ödp und der Grünen haben sie die Mehrheit, so dass das Projekt, sollte sich die CSU nicht noch um entscheiden, zum Scheitern verurteilt ist.“ Für sich persönlich hat der Rathauschef noch keine Entscheidung getroffen. „Da sind noch viele Gespräche notwendig, um Pro und Kontra gegeneinander abzuwägen. Dazu will ich mir aber Zeit nehmen und nichts übereilen.“ Mittlerweile wirft der Nachbar-Landkreis Fürstenfeldbruck alles in die Waagschale, um Aldi Süd zu halten. „Ja, es stimmt. Uns wurden bereits einige geeignete Flächen angeboten“, bestätigte Michael Klöter, Leiter der Aldi-Filialentwicklung,  auf Anfrage. Man werde sich die angebotenen Grundstücke anschauen und die Vor- und Nachteile abwägen. „Unser Favorit ist aber der Standort Gilching Süd“, betont Klöter. Die Sorge künftiger Hightech-Unternehmen, die sich ebenfalls auf Süd ansiedeln wollen, teilt der Aldi-Sprecher nicht. „Das Aldi-Logistikzentrum als Nachbar ist kein Standort-Nachteil. Zwischen uns und beispielsweise Ultratonik liegen hundert Meter Distanz und ein kleiner Waldstreifen. Außerdem haben wir vor, auf unserem 49.000 Quadratmeter großen Dach die größte zusammenhängende Fotovoltaik-Anlage im Landkreis zu installieren. Ich würde sagen, das fällt auch unter den Begriff Hightech.“ Im Übrigen habe laut Klöter ein Gespräch mit einem weiteren Unternehmen stattgefunden, das sich ebenfalls am Standort Süd ansiedeln will. „Diese Firma hat zum Beispiel nichts gegen uns in direkter Nachbarschaft.“ Mittlerweile habe auch das Gespräch mit Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil stattgefunden und sei sehr posi- tiv verlaufen. Klöter: „Ich denke, er wird uns in der Sache unterstützen.“

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