Informationsveranstaltung

Keine Scheu haben, die Polizei zu rufen

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Gilching – Es war der Mord in Meiling, der für viele Bürgern Anlass ist, rund ums Haus in Punkto Sicherheit aufzurüsten.

Gleichwohl es keine absolute Garantie dafür gibt, dass das eigene Heim nicht Ziel ungebetener Gäste wird, es gibt Möglichkeiten, sich weitgehend zu schützen, erklärte Andreas Ruch von der Polizeiinspektion Germering.

Mit rund 50 Besuchern hatte Veranstalterin Hanka Schmid-Luginger, Vorsitzende des Seniorenbeirats in Gilching, gerechnet, und den Saal im Haus des Sozialdienstes Gilching entsprechend bestuhlt. Der Andrang jedoch war gewaltig. Letztendlich saßen und standen dicht gedrängt rund 100 Besucher, um sich mit Andreas Ruch, stellvertretender Leiter der PolizeiInspektion Germering, Josef Heggemeier von der Kripo Fürstenfeldbruck und Oliver Kübrich, Fachmann für Alarmanlagen, über die Methoden der Einbrecher zu informieren. Mehr aber noch interessierte, was dagegen zu tun ist. „In keinem Fall einem Fremden, der an der Haustüre klingelt und um ein Glas Wasser oder um etwas zu Essen bittet, Einblick ins Innere der Wohnung zu gewähren“, erklärte Ruch. „Auch wenn es unfreundlich wirkt, die ungebetenen Gäste selbstbewusst und energisch abweisen ist die beste Methode.“ Für seine Gefälligkeit, einem Fremden Wasser für einen Kanister zu geben, wurde ein Ehepaar in Meiling bitter bestraft. Wie berichtet, wurde der Ehemann erschlagen, die Ehefrau schwer verletzt in eine Kammer gesperrt. Meist gibt es eine Vorhut, die die Örtlichkeiten ausspäht, die Einbrecher kämen später, sagte Ruch. Er appellierte an die Versammlung, bereits im Vorfeld auf verdächtige Wahrnehmungen zu achten und diese auch sofort der Polizei zu melden. Da wären zum einen so genannte Gaunerzeichen, die nahe der Haustüren angebracht werden. Zwei Querstriche und darüber ein senkrechter Strich bedeute so viel, wie: hier wohnen zwei alte Leute. Es wird einfach. Das Risiko ist gering. Aber auch verdächtige Kleinbusse mit osteuropäischen Kennzeichen, die nahe der Wohnung oft mehrere Tage parken, sind Anzeichen dafür, dass Banden unterwegs sind. Sie übernachten im Bus und ziehen von dort aus los, die Gegend auszukundschaften beziehungsweise danach die Überfälle auszuführen.

Bevorzugt werde in Privatwohnungen oder Häuser tagsüber zwischen 10 und 12 Uhr und zwischen 16 und 20 Uhr eingebrochen, betonte Ruch. Es seien in der Mehrzahl auch nicht die Haustüren, die geknackt werden, sondern die Terrassentüren beziehungsweise werden über Balkone die oberen Stockwerke angepeilt. „Die Bandenmitglieder sind meist zwischen 16 und 20 Jahre alt und sehr sportlich. Für die ist es ein Leichtes, in den ersten Stock zu kommen.“ Nachts sind es gewerbliche Betriebe, die heimgesucht werden, unterstrich Ruch. Zum Beispiel waren es in Gilching innerhalb der letzten sieben Tage drei gemeldete Fälle. Am Samstag wurde in eine Bäckerei in Argelsried eingebrochen und von Dienstag auf Mittwochnacht waren ein italienisches Restaurant und ein Lebensmittelladen Ziel von Einbrechern. Als positiv wertete der Polizeihauptmeister, dass mittlerweile jeder zweite Einbruch an entsprechenden Sicherheitseinrichtungen scheitert beziehungsweise, weil Nachbarn aufmerksam reagiert hätten. „Scheuen sie sich nicht, uns anzurufen. Ein Einsatz kostet auch nichts.“ Über die diversen technischen Vorrichtungen beziehungsweise Alarmsysteme informierten Heggemeier und Kübrich. Anschließend standen die drei Referenten für persönliche Gespräche bereit. Alexandra Ludwig, Ortsbäuerin aus Meiling, bat außerdem das Team, angesichts des aktuellen Falls und der daraus resultierenden Verunsicherung der Bürger, den Vortrag in der Gemeinde Seefeld zu wiederholen. pop

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