"Gottes Schöpfung bewahren"

Das Thema Klimaschutz stieß schon im Vorfeld der Weßlinger Klimaschutzwochen auf reges Interesse. Foto: Polster

Die 1. Weßlinger Klimaschutzwochen (bis 20.März) stoßen schon zu Beginn auf reges Interesse. Knapp 100 Besucher waren am Sonntagabend in den Pfarrstadel gekommen, um sich oben im Saal das vom Journalisten Otto Fritscher moderierte Podium „Gesellschaft und Klimaschutz“ anzuhören oder im Erdgeschoß die Ausstellung „Klima schützen kann jeder“ anzuschauen – das Thema bewegt die vom Verkehr geplagten Weßlinger ganz offensichtlich nicht nur wegen der geplanten Umfahrung.

„Für mich ist Klimaschutz auch Friedenssicherung“, schlug der katholische Ortspfarrer Anton Brandstetter gleich den ganz großen ethisch-sozialen Bogen. Es gelte, „Gottes Schöpfung zu bewahren, damit alle leben können“. Sein evangelischer Pfarrkollege Christ-oph Breit aus Wörthsee wurde etwas konkreter: „Wir werden uns alle einschränken müssen, um das zu erreichen.“ Zum Beispiel beim klimaschädlichen Fliegen: Neulich habe er die erste Beerdigung mit einem nur per „Skype“ zugeschalteten Trauergast aus Lima erlebt, berichtete Breit. Eher um sinnvolle regionale Busanbindungen für Unternehmensstandorte wie „Espe“ Seefeld oder „TQ Sy-stems“ in Delling kümmert sich Christoph Winkelkötter von der „gfw“ (Gesellschaft zur Wirt-schaftsförderung im Landkreis Starnberg): „Wird sehr gut angenommen“, so Winkelkötter, der beim öffentlichen Personennahverkehr aber noch weiteren Bedarf sieht – etwa bei neu ausgewiesenen Gewerbegebieten, die meist nur mit dem Auto erreichbar seien. Dass die gfw verstärkt in die Schulen gehen müsse, um dort „mehr Aufklärung“ zu betreiben, forderte der Juso-Kreisvorsitzende Christian Winklmeier: Die Zielsetzung „Energiewende 2035“, die sich der Landkreis auf die Fahnen geschrieben habe, sie müsse die Menschen von Anfang an mit ins Boot holen, vor allem die Jungen, „die in 30, 40 Jahren die Situation auszubaden haben“. Auch bei der aktuellen Standortsuche für Windkraftanlagen gelte: „Bürgerinitiativen gründen sich meist, wenn man die Bürger nicht rechtzeitig eingebunden hat“, so Winklmeier. Der Student Michael Pollak sprach von einem „beson-deren Respekt vor der Zukunft“, den seine Generation habe – es klang durchaus besorgt. Der angehende Physiker Rainer Szalata, quasi der dritte Vertreter der jungen Generation auf dem Podium, warnte: „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Forschung in Zukunft für alles Lösungen findet.“ Die beiden Bürgermeister Michael Muther (Weßling) und Manfred Walter (Gilching) ha-ben schon in der Gegenwart genug Probleme: „Wir müssen mutige Beschlüsse fassen, zum Beispiel den Passivhaus-Standard für Neubauten fordern“, sagte Walter unter Beifall. Mit seinem Kollegen Muther könne er sich übrigens auch einen „gemeinsamen Windkraftanlagen-Park“ vorstellen, in kom-munaler Hand, versteht sich. Muther beklagte viele „planerische Hürden“ bei der Umsetzung von Klimaschutz-Zielen und appellierte an die „große Politik“, hier für Abhilfe zu sorgen. Nico von Hollander, als praktischer Arzt auf dem Podium, blieb dann eine Art Schlusswort vorbehalten: „Der Mensch denkt zu sehr in Kleingruppen und zu wenig global.“ Fazit der Gesprächsrunde: Die Gesellschaft, sie scheint bereit für die Erfordernisse des Klimaschutzes, aber sie ist noch nicht genügend darauf vorbereitet.

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