Große Lösung für FFW-Haus

Der Feuerwehr-Neubau rückt in greifbare Nähe. Ohne Gegenstimme verabschiedete der Gemeinderat Herrsching jüngst die Vorentwurfsplanung von Architektin Claudia Schreiber – und entschied sich für große Version inklusive kompletter Unterkellerung: Kostenpunkt: Zwischen 3,1 und 3,4 Millionen Euro. Noch vor der Sommerpause soll die Entwurfsplanung verabschiedet werde.

Bürgermeister Christian Schiller freute sich denn über das Abstimmungsergebnis: „Das ist ein positives Signal nach Außen, wenn der Gemeinderat bei einem so wichtigen Projekt mit einer Stimme spricht.“ Zuvor hatte Architektin Claudia Schreiber ausführlich ihre Pläne für das künftige Feuerwehrhaus vorgestellt. Rund 40 Meter wird das Gebäude lang, auf 320 Quadratmeter Fläche werden die Feuerwehrleute ihren Fuhrpark dann abstellen können. In enger Absprache mit dem Kommandanten Christian Saur habe sie die Planungen aufgesetzt, wie Schreiber gleich mehrmals in der Sitzung betonte. So sind beispielweise die Stützpfeiler verschwunden, die beim Besteigen der Einsatzfahrzeuge nur im Weg gestanden wären. Freilich wird die Gebäudestatik nun anders berechnet werden müssen. Schreibers Überlegung, die Anhänger hinter den geparkten Fahrzeugen unterzubringen, verwarf Kommandant Saur sofort. Dem Vorwurf, die Feuerwehr lasse sich aus Steuermitteln eine luxuriöse Bleibe errichten, trat der Kommandant entschieden entgegen: „Wir sind bis heute 148 Mal ausgerückt und haben 99 Responder-Einsätze gehabt, wir müssen manchmal im Feuerwehrhaus übernachten“, so Saur. Für Letzteres müssten die Feuerwehrleute Bänke und Tische zurechtrücken, schilderte der Kommandant weiter. Außerdem müssten die Einsatzkräfte einmal im Jahr einen speziellen Fitnesstest ablegen. „Dafür benötigen wir einen entsprechenden Fitnessraum“, sagte Saur, der nicht etwa der Freizeitbetätigung der Kollegen diene. Wie bereits Martin Singer (FBU), der Beauftragte für Feuerwehrangelegenheiten, sprach sich auch Kommandant Saur für den großen Baukörper aus. Im Norden soll an das Gebäude eine zusätzliche Garage angebaut werden, unter anderem für das BRK-Boot. Was CSU-Gemeinderat Robert Brack so nicht gleich akzeptieren wollte: „Wir haben in Herrsching über 60 Vereine, im Sinne der Gleichbehandlung sollten wir die Garage nicht automatisch dem BRK zuweisen“, sagte Brack. Eine gewisse Logik stecke freilich hinter dem Gedanken, fügte er hinzu. Das ebenfalls sehr großzügig geschnittene Obergeschoß hätte Platz für besagten Fitnessraum, einem Stüberl oder einer Kantine, einem Jugend- und Schulungsraum, ebenso einem Trockenraum sowie für die Schlafplätze der Einsatzkräfte. Vor dem Feuerwehrhaus wird das Grundstück so geordnet, dass rund 25 Pkws abgestellt werden können. Die Kostenmehrung von rund einer Million Euro rechtfertigte Schreiber mit der doch erheblichen Vergrößerung. „Das Gebäude ist 53 Prozent größer geworden als ursprünglich geplant“, rechnete sie vor. Und Christine Hollacher (BGH/FW) gab zu bedenken, dass selbst in dem großen Raumprogramm nicht mehr viel Spielraum für Erweiterungen stecke. Im Rat wollte schließlich niemand an den Bedürfnissen der Feuerwehrleute zweifeln, die große Version fand trotz Kostensteigerung so einhellig Unterstützung. Eine entsprechende Klausel im Vertrag mit Claudia Schreiber soll der Gemeinde außerdem ermöglichen, Veränderungen an dem Gebäude vornehmen zu dürfen, ohne lange urheberrechtliche Auseinandersetzungen führen zu müssen. Der Vorschlag von Robert Brack ist allerdings umstritten, weil das Urheberrecht generell im beim Architekten liegt.

Meistgelesene Artikel

Grünes Licht für den ISEK

Starnberg – Im dritten Anlauf hat es geklappt. Der Starnberger Stadtrat hat Montagabend einstimmig grünes Licht für das Integrierte …
Grünes Licht für den ISEK

Kommentare