"Große" Seeanbindung: Starnberger Stadträte nehmen Abschied vom 53-Millionen-Euro-Projekt

Die große Seeanbindung bleibt vorerst eine Vision für Starnberg. Foto: Jaksch

Die „große“ Seeanbindung ist wohl erst einmal vom Tisch: Bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche verabschiedeten sich die Stadträte mit 16:13 Stimmen von dem rund 53-Millionen-Euro-Großprojekt, mit der man Stadt und See optisch näher zueinander bringen wollte. Eine knappe Mehrheit stimmte für einen FDP-Antrag: Dieser sieht vor, den behindertengerechten Ausbau des Bahnhof Sees zu beantragen – noch bevor die Zahl der Gleise verringert ist.

Obwohl sich die Stadträte auch dafür aussprachen, an den bestehenden Verträgen der Bahn fest zu halten – diese sehen eine Gleisreduzierung vor und die Übereignung der freiwerdenden Flächen an die Stadt – ist zweifelhaft, ob das nach einem barrierefreien Umbau noch zu realisieren ist. Denn Grund gibt es nur von der Bahn, wenn die Stadt den Vertrag von 1987 auch umsetzt. Nach der Reduzierung der Gleise sollten eigentlich großzügige Freiflächen auf der See- sowie auf Stadtseite geschaffen werden. Rund 1,5 Millionen Euro sind dem Vernehmen nach im Laufe der Jahre in entsprechende Planungen geflossen. Ein knappe Mehrheit im Stadtrat wollte sich davon trotzdem nicht beirren lassen: Neben finanzieller Bedenken angesichts der erforderlichen 53-Millionen Euro für die Realisierung der großen Seeanbindung hatten sie auch die Nase voll von den seit langen herrschenden unerträglichen Zuständen am Seebahnhof. Sie wollten lieber „Nägel mit Köpfen“ machen als weitere Jahre in Agonie zu verharren. Der FDP-Antrag sieht vor, dass die Bahn den Bahnhof See in Eigenregie barrierefrei ausbaut – wenn nötig mit einer neuen Hauptunterführung.

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