Gymnasium rückt näher

Bürgermeister Christian Schiller konnte noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad seine Schule erreichen, in wenigen Minuten. Vor allem Gymnasiasten aus dem westlichen Landkreis müssen lange Strecken zurücklegen, um zu einem Gymnasium in der Umgebung zu gelangen. Allein in Herrsching machen sich täglich 500 Schüler auf den Weg, in Seefeld sind es 300, in Wörthsee und Inning jeweils 200. Erst vor ein paar Wochen hat Schiller erneut auf die Problematik hingewiesen – offenbar mit Erfolg. Wie Kreiskämmerin Eva John vor dem Kreistag verkündete, werden in die mittelfristige Finanzplanung bis 2012 zehn Millionen Euro für ein weiteres Gymnasium im Landkreis-Westen bereitgestellt.

Wie Schiller in einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärte, sei es ihm gelungen, „alle Bürgermeister und Landrat Karl Roth mit ins Boot zu holen“. Die Notwendigkeit für ein weiteres Gymnasium im westlichen Landkreis habe man mittlerweile erkannt. Das erst vor ein paar Jahren erweiterte Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasium platzt schon wieder aus allen Nähten. „Wenn jetzt noch die politische Forderung nach mehr Ganztagsschulen umgesetzt werden soll, passt das gesamte Raumprogramm nicht mehr“, sagte Schiller. Und eine weitere Brisanz kommt hinzu: Der Landkreis Starnberg kann bereits heute seine eigenen Schüler nicht mehr in seinen eigenen Schulen unterbringen. Die meisten Gymnasiasten aus dem Raum Inning, Herrsching, Andechs, Seefeld, Wörthsee und Pähl aus dem Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau pendeln entweder nach Germering, Starnberg, Tutzing, Gilching oder nach Sankt Ottilien aus. „Das sind für die meister Schüler 15 Kilometer und mehr.“ Auch der Druck aus München in die südwestliche Region werde sich in den nächsten Jahren verstärken, zitiert das Gemeindeoberhaupt eine entsprechende Untersuchung. Sein Bürgermeisterkollege aus Gilching, Manfred Walter, rechnet durch das neue Gewerbegebiet Süd sogar mit 1.000 bis 1.500 Familien, die zu ihren Arbeitsplätzen ziehen werden. Erst 2004 empfahl eine Untersuchungsbericht den politisch Verantwortlichen im Landkreis eine neue Schule für den Westen. Eine ergänzende Feinanalyse soll nun bis zum Sommer 2009 detailliert Auskunft über die Anforderungen an ein Gymnasium geben. Fest steht, wenn auch noch nicht offiziell, dass der künftige Standort für ein weiteres Gymnasium, das für Schiller idealer Weise ein staatliches ist, die Ammerseegemeinde Herrsching sein wird. In Seefeld wurde schon vor Jahren entsprechende Initiativen verworfen. Schiller, der betont, dass ein Gymnasium in Herrsching „keinesfalls als Konkurrenz“ zu einer anderen Schule zu verstehen sei, sieht mit dem vor zwei Jahren eröffneten Ammersee-Gymnasium in Dießen eine gute Möglichkeit, dieses zu entlasten. Wegen des großen Andrangs, mussten bereits die ersten Interessenten abgewiesen werden. „Das sind alles Anzeichen für den prognostizierten Siedlungsdruck in unsere Region. Und der wird sich in den nächsten zehn bis 20 Jahren noch deutlich erhöhen, dem müssen wir Rechnung tragen“, sagte Schiller. Mit den Ergebnissen der Feinanalyse wolle man dann im Kultusministerium vorstellig werden und sich um staatliche Förderungen bemühen. Schiller zeigte sich zuversichtlich, dass noch in dieser Legislaturperiode mit einer dem Bau (dafür hat Kreiskämmerin John übrigens 25 Millionen Euro angesetzt) begonnen wird. „Der neue Ministerpräsident Horst Seehofer und die Bundesregierung haben ja angekündigt, verstärkt öffentliche Bauvorhaben zu fördern.“

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