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Barbara Scheitz, Chefin der gleichnamigen Andechser Molkerei Scheitz, kann sich freuen. Wie der KREISBOTE Starnberg in seiner vergangenen Ausgabe berichtete, darf die Stiftung Warentest ihre Oktoberausgabe von „test“ nicht mehr weiter vertreiben oder muss muss die Passagen schwärzen, in denen die „Bio-Almbutter“ mit dem Urteil „mangelhaft“ belegt wird. Das Landgericht Mannheim schloss sich seiner einstweiligen Verfügung dem Standpunkt von Scheitz Verteidigers Hanspeter Schmidt an, der mit eidesstattlichen Versicherungen von Experten internationalen Rangs aufwartete. Milchsäurebakterien als Bewertungsgrundlage seien demnach „fachlich indiskutabel falsch“ und nicht „relevant“.

Für die Stiftung Warentest ist das Urteil eine schwere Schlappe. In früheren Prozessen konnten die Warentester stets nachweisen, dass ihre Untersuchungsmethoden fachlich richtig, unabhängig und in der Bewertung absolut korrekt sind. Im Fall der Molkerei Scheitz hat das Institut laut Rechtsanwalt Schmidt allerdings ordentlich daneben gelangt. Wie berichtet, hat Stiftung Warentest im Frühjahr 35 Buttersorten für die Oktoberausgabe von „test“ (Auflage 500.000) untersucht. Bei der Andechser Sauerrahmbutter kamen die Tester zu dem Ergebnis „mangelhaft“, während sie die Sorten „Denree“ und „Grünes Land“ mit „gut“ bewerteten. Die Krux dabei: Beide Produkten stammen ebenfalls von der Andechser Molkerei, aus derselben Milch. Nur die „Bio-Almbutter“ soll einen zu geringen Anteil an Milchsäurebakterien haben. Barbara Scheitz wehrte sich gegen dieses „test“-Urteil. Wie sie bei einem Gespräch im Münchner Pressclub erklärte, müsse ihr Betrieb seit Bekanntgabe der Ergebnisse mit nicht unerheblichen Umsatzeinbußen zurecht kommen. Außerdem meldeten sich verunsicherte Kunden bei ihr, die um Aufklärung baten. „Sogar unsere eigene Belegschaft war völlig durcheinander.“ Der Richter der zweiten Kammer, Holger Kircher, belegte die Warentester mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro, sollten sie weiterhin ihre Behauptungen über die Andechser „Bio-Almbutter“ verbreiten. Ob Stiftung Warentest in Berufung gehen wird, ist derzeit offen. Fest steht dagegen, dass die Auslieferung von „test“ nach Urteilsverkündung sofort eingestellt wurde. Auf der Internet-Seite wurde die Bewertung bereits korrigiert. Die Andechser Molkerei sieht mit dem Mannheimer Urteil die Qualität ihrer Produkte bestätigt. Barbara Scheitz: „Das freut alle, die den Geschmack und die Qualität unserer Produkte lieben.“

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