Herausragende Kulturschaffende

Im Rahmen eines Festaktes in der Schlossberghalle wurde der weltweit gefeierte Star-Geiger Ingolf Turban mit dem Kulturpreis 2007 des Landkreises Starnberg geehrt. In der vergangenen Woche überreichte Landrat Karl Roth dem 44-Jährigen die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung. Den Kulturförderpreis des Landkreises mit ebenfalls 2.500 Euro erhielt die 60-köpfige Big Band des Landschulheims Kempfenhausen.

Bereits zum achten Mal ehrte der Landkreis Starnberg mit dem Kulturpreis herausragende Kulturschaffende. Weil sich dieses Mal so viele Gäste wie noch nie zur Preisverleihung angemeldet hatten, musste sogar der Festakt vom Landratsamt in die Schlossberghalle verlegt werden. Dort verfolgten dann rund 350 Fans der beiden Preisträger die Ehrungen. Aus 23 Vorschlägen hatte sich die Jury für den Geigenvirtuosen Ingolf Turban aus Gauting und die Big Band entschieden. Die Wahl war vom Kreisausschuss einstimmig befürwortet worden. In seiner Rede lobte Landrat Roth Ingolf Turban als „würdigen Preisträger“. Trotz seiner internationalen Karriere sei der Heimatverbundene Künstler immer auch gerne bereit, bei kleineren Veranstaltern aufzutreten und auch Benefizkonzerte ohne Gage zu geben. Die Laudatio für den gefragten Solisten hielt der erste Kulturpreisträger im Jahr 2000, Professor Max Frey. Er würdigte die Vielseitigkeit seinen Kollegen an der Münchner Hochschule für Musik und Theater. Turban sei Ausnahmekünstler, Violinvirtuose, erfolgreicher und begeisterter Pädagoge, charmanter Moderator seiner Auftritte, innovativer Programmgestalter und in „Teufelsgeiger Paganini“ Filmschauspieler. Der Solist in mittlerweile 35 CD-Produktionen sei aber auch engagierter Rotarier, Gartenarbeiter und Familienvater. Mit 21 Jahren wurde Ingolf Turban 1985 unter Sergu Celibidache erster Konzertmeister der Münchner Philharmoniker. Ein Jahr später startete der Violinist seine erfolgreiche Solo-Karriere. So debütierte er 1991 an der Mailänder Scala und in Washington. Bekannt ist er auch mit seinem Kammerorchester „I Virtuosi di Paganini“, das er 2005 gründete. Seit 2007 ist der engagierte Geiger Künstlerischer Leiter des Sommerfestivals „Holzhauser Musiktage“. Bescheiden bedankte sich der Stockdorfer, der am 7. Dezember in der Schlossberghalle gastiert, für den Kulturpreis und begeisterte anschließend die Zuhörer mit Fritz (Rezitativ und Scherzo Caprice op. 6) sowie mit Bachs Sarabande aus der Partita 2 d-moll. Die Big Band des Landschulheims Kempfenhausen mit ihrem Leiter, dem Musiklehrer Steffen Lüdecke, bedankte sich bestückt mit Schreibmaschine als Instrument und verstärkt durch Turban mit „The Typwriter“ und anderen Kostproben ihres Könnens. Die Jury hatte ihnen den Kulturförderpreis verliehen, weil „Schüler des Landschulheims Kempfenhausen seit 16 Jahren ohne elitäres Denken ans Musizieren herangeführt werden“. Laudator Hans Kratzer hob humorvoll das Engagement seines Kollegen sowie der Schüler hervor.

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