Die Hoffnung wächst

Seit Gründung des Fördervereins für ein zweites Gymnasium für den westlichen Landkreis Ende Februar ist einiges passiert: Der Verein zählt mittlerweile 220 Mitglieder. Und vom Finanzamt ist der Initiative Herrschinger Eltern die Anerkennung der Gemeinnützigkeit in Aussicht gestellt worden. Auch auf politischer Ebene ist das Projekt mittlerweile angekommen, wie am Montagabend Landrat Karl Roth, Bürgermeister Christian Schiller und Peter Flach, der Vorsitzende des Zweckverbands für weiterführende Schulen im Landkreis-Westen, berichten konnten. Bei einem Gesprächstermin im Kultusministerium haben die drei für die neue Schule ordentlich die Werbetrommel gerührt – und sind nicht auf taube Ohren gestoßen.

Freilich gelte es noch etliche Hürden zu überwinden, dämpfte Landrat Karl Roth allzu große Erwartungen bei den rund 70 Zuhörern im Andechser Hof. Und der Fördervereinsvorsitzende Jens Waltermann dementierte ebenfalls, dass mit dem Gespräch bereits ein Grundstein für das Gymnasium gelegt worden sei. „Der Termin im Ministerium war eine erste ruhige Kontaktaufnahme.“ Vor allem benötigt das Ministerium eine exakte Hochrechnung der zu erwarteten Schülerzahlen für den westlichen Landkreis, und zwar bis 2025. „Ohne diesem Gutachten geht nichts“, sagte der Landrat. Roth und der Zweckverbandsvorsitzende Flach wollen für die Untersuchung den Regionalen Planungsverband beauftragen. Nachdem die Region Ammersee ein Gebiet mit erheblichen Zuzug sei, sei man im Landratsamt sicher, die benötigten 800 Schüler für ein zweites Gymnasium zusammen zu bekommen. Ein weiteres Argument für eine weitere Gymnasium sei der Umstand, dass bis zu 600 Schüler täglich den Landkreis verlassen müssen. Für Flach kann die Untersuchung aber auch negativ ausgehen: „Wir sprechen hier von einem 30- bis 40-Millionen-Projekt, es kann auch sein, dass rauskommt, dass wir uns das gar nicht leisten können.“ Denn einen nicht unerheblichen Anteil muss auch der Zweckverband beisteuern, berichtete er weiter. Mit der Sanierung der Realschule Herrsching und dem Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasiums stoßen die im Verband beteiligten Kommunen bereits heute an ihre Grenzen. „Es geht hier um Schulden für die nächsten 20 Jahre, in einer Größenordnung von 234.000 Euro pro Jahr“, rechnete Flach vor. Die ungebremste Unterstützung seiner Amtskollegen und aus der Kreisbehörde stimmt derweil Bürgermeister Christian Schiller optimistisch. Außerdem gebe es in allen Gymnasien eine deutliche Überbelegung, in Tutzing sei keine Erweiterung mehr möglich, Gilching lediglich noch ein kleiner Puffer, wusste Schiller. Den prognostizierten Rückgang der Schülerzahlen von drei bis fünf Prozent sieht Schiller nicht auf die Ammerseeregion zukommen. Die Eltern beschäftigt derweil vor allem eine Frage: Bis wann können sie mit einem Gymnasium am Ort rechnen? „Sportlich gesehen in drei bis vier Jahren“, antwortete Landrat Roth.

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