Imkerinnen-Stammtisch

Mit einem Bienenschwarm fing alles an

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Landkreis – Mit Sorge wird weltweit ein Sterben der fleißigen Honigbienen beobachtet. Ohne die emsigen Tierchen jedoch, die verlässlich von Blüte zu Blüte fliegen, kommt auch die Natur aus dem Gleichgewicht.

Im Landkreis Starnberg sind mittlerweile Frauen in die Männer-Domäne eingedrungen und haben einen Imkerinnen-Stammtisch etabliert. „Bienenkönigin“ Inge Breiter hofft, damit auch ein Zeichen gegen das Bienensterben zu setzen. Was tun, wenn sich ein Bienenschwarm verirrt und im eigenen Garten landet? Wie sich andere verhalten, weiß Inge Breiter nicht. Sie jedenfalls hat sich in ihre ersten rund 10.000 Bienen zugeflogenen verliebt, den Imkerhut aufgesetzt, angefangen, eigenen Honig zu produzieren und einen Imkerstammtisch für Frauen ins Leben gerufen. Es ist fast 20 Jahre her, als der heute 54-Jährigen im Andechser Ortsteil Erling ein Bienenschwarm zugeflogen ist. Doch statt die Feuerwehr zu rufen, um die Honiglieferanten sicher zu entfernen, entschloss sich Inge Breiter, Bienenstöcke zu besorgen, um den Bienen ein neues Zuhause zu geben. „Damals war die Imkerei noch eine reine Männerdomäne“, erzählt Breiter. Doch sie ließ sich nicht entmutigen, besuchte diverse Kurse für Anfänger und widmete fortan ihre gesamte Freizeit der Imkerei. Hubert Dietrich, der Vorsitzender des Starnberger Imkervereins, habe sie dann 2010 angesprochen und gebeten, sich um die Steigerung der Frauenquote zu kümmern, erinnert sich Breiter. „Mit dem Imkerstammtisch haben wir in Machtlfing angefangen. Erst kamen so bis zu fünf Frauen, doch es wurden immer mehr.“ Mittlerweile sei man mit dem Stammtisch in den Gasthof Ludwig nach Maising umgezogen. Treffen finden jeweils am zweiten Donnerstag im Monat statt. Und wenn nicht gerade Ferien oder andere Festlichkeiten sind, kommen bis zu rund 20 Frauen aus der gesamten Region, freut sich Breiter. Gleichwohl es schon einige Anfragen gegeben hat, Männer sind nicht zugelassen. „Unter uns können wir auch mal Fragen stellen, die bei den Männern vielleicht nur ein müdes Lächeln hervorrufen würden. Wenn Männer, dann nur als Referenten.“ Was Breiter freut, dass durch die relativ jungen Frauen der Altersdurchschnitt im Imkerverein, der im Jahr 2000 bei 73 Jahren lag, um einiges gesenkt werden konnte. „Es gibt grundsätzlich wieder flächendeckend mehr Imker, was ein positives Zeichen gegen das Bienensterben ist“, sagt Breitner. Um aber schon den Nachwuchs zu begeistern, habe sie im Hort in Hochstadt, in dem sie als Erzieherin tätig ist, mit den Kindern eine Bienen AG eingerichtet. Zwei Bienenstöcke stehen auf dem Bauernhof von Norbert Grenzebach, die von den Schülern betreut werden. Und auch in der Montessori-Schule in Inning hat Imkerin Michaela Beck mit ihrer Klasse einen Bienenstock installiert. Breiter hat mittlerweile 16 Völker, die ausreichend für Honig-Nachschub sorgen. Doch für sie bedeuten die Bienen weit mehr. „Ich könnte ohne sie gar nicht mehr leben. Oft lege ich mich nach einem anstrengenden Tag mitten in meine Bienenvölker, lese oder meditiere. Danach bin ich vollkommen erholt.“ pop

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