Inninger Verein moniert Zurückhaltung

Fazit der Bürgerwerkstatt fehlt

+

Inning – Kein Verständnis zeigen die Mitglieder des Vereins „für Verkehrsberuhigung und Ortsentwicklung - Pro Inning“ für die Zurückhaltung von „wichtigen Ergebnissen“.

Insbesondere im Hinblick auf den Bürgerentscheid Ende Januar 2016 sei es höchste Zeit, das Fazit aus der Bürgerwerkstatt vom Juli bekannt zu geben, sagte Vorsitzender Herbert Klausnitzer auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Seit nunmehr drei Jahrzehnten versuchen die Inninger, den Verkehr aus ihrer Ortsmitte so weit als möglich heraus zu bekommen. Da es für die bereits beschlossene und durch das Straßenbauamt Weilheim befürwortete Umgehungsstraße entlang „Am Schorn“ augenscheinlich keine Alternative gibt, soll jetzt erneut am Sonntag, 31. Januar 2016 per Bürgerentscheid pro und kontra Entlastung abgestimmt werden. Wie berichtet, hatte die Bürgerinitiative „für Innings Zukunft“ im Dezember 2013 den Bau der Umgehung durch einen Bürgerentscheid verhindert. „Interessant dabei sei das Stimmenverhältnis“, sagte Innings Ex-Bürgermeister Werner Röslmair auf der Pressekonferenz. Bei einer Wahlbeteiligung von 69 Prozent haben sich damals 50,75 Prozent der Bürger gegen und 49,25 Prozent pro Umgehungsstraße ausgesprochen. „Das war ein denkbar knappes Ergebnis. Mittlerweile aber hat sich die Stimmung angesichts der vielen und auch zunehmenden Unfälle innerhalb der Ortschaft gewandelt. Die Zustimmung für die Umgehungsstraße wächst.“ Dies war für „Pro Inning“ wiederum Anlass, das Thema erneut aufzugreifen.

Wie berichtet, haben 736 Bürger den Antrag auf einen weiteren Bürgerentscheid unterschrieben. Die Fragestellung lautet: „Sind Sie dafür, dass der Bürgerentscheid vom 8. Dezember 2013 aufgehoben, die Staatsstraße 2067 aus der Ortsmitte von Inning gemäß bereits vorliegender Planung in den Westen verlegt wird und dass diese Planung von der Gemeinde sofort mit Nachdruck fortgeführt und dann auch unverzüglich umgesetzt wird?“ Für Röslmair nicht nachvollziehbar, dass der Antrag auf der Ratssitzung am Dienstag mit 10 zu 7 Stimmen zwar mehrheitlich durchgewinkt wurde. „Wieso aber ausgerechnet die Grünen und die Gemeinderäte der BI für Innings Zukunft gegen die Entscheidung durch die Bürger gestimmt haben, stimmt nachdenklich. Sie sind es doch, die immer für mehr Transparenz und für mehr Beteiligung der Bürger plädieren. Warum sind sie jetzt dagegen?“ Als „echten Skandal“ bezeichnete Matthias Richly, dass Ergebnisse aus der Bürgerwerkstatt im Juli zum Thema Verkehr bis heute nicht veröffentlicht wurden. „Wir haben seitens der Gemeinde stets die Auskunft erhalten, es gibt noch keine Ergebnisse. Auch im Rahmen einer Bürgerfragestunde wurde schon mal nachgefragt. Ohne Ergebnisse. Wir haben uns dann direkt mit dem zuständigen Verkehrsexperten Paul Bickelbacher, der die Bürgerwerkstatt leitete, in Verbindung gesetzt und die Auskunft erhalten, Ergebnisse lägen der Gemeinde bereits seit 18. August vor. Nun stellt sich uns die Frage, warum werden wir angelogen?“ Richly vermutet, dass das Fazit aus der ersten Bürgerwerkstatt solange in der Schublade bleibt, bis der Bürgerentscheid vorbei ist.

Entsprechende Vorwürfe kontert Bürgermeister Walter Bleimaier mit: „Hier soll nichts unterschlagen werden, es gibt nur noch keine Auswertung beziehungsweise es gibt noch kein Gutachten“, sagte er auf Anfrage. „Was vorliegt sind noch nicht ausgewertete Protokolle. Die liegen leider noch hier, weil derzeit viel andere Arbeit ist. Ich werde aber anordnen, dass sie nächste Woche zumindest an alle Ratsmitglieder verteilt werden.“ Im Übrigen versichert Bleimaier: „Was in den Protollen drin steht, ist völlig unspektakulär und nicht relevant für den Bürgerentscheid.“ pop

Meistgelesene Artikel

Zwischen Zukunft und Vergangenheit

Gilching – Die Gemeinde Gilching gehört zu den Gemeinden im Landkreis Starnberg, die kontinuierlich wächst und zudem Standort international tätiger …
Zwischen Zukunft und Vergangenheit

Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Tutzing – Zu ganz besonderen Anlässen kann die Gemeinde Tutzing die ansonsten verpachtete Kustermann-Villa für eigene Veranstaltungen nutzen - und so …
Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Weßling – Wenn die Temperaturen in den Minusbereich rutschen, bricht bei so manch einem Weßlinger nervöse Vorfreude aus. Dann bringt er oder sie …
Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Kommentare