Integration als politisches Anliegen

Schon am Ortseingang zeigt sich Herrsching multi-kulturell und gastfreundlich. Ein Integrationsbeauftragter im Gemeinderat soll sich nun noch intensiver um die neu dazukommenden Bürger aus Deutschland und aller Welt kümmern. Foto: Kirner

Ein „Zukunftsbild“ und ein Integrationsbeauftragter im Gemeinderat soll die Integration der neu dazugekommenen Bürger noch weiter fördern. Unter anderem wollen die Initiatoren mehr Bürger für eine ehrenamtliche Mitarbeit gewinnen und die Neubürger über das Jahr konstant betreuen.

Als das Integrationsteam vor sieben Jahren gegründet worden ist, zogen jährlich 600 Bürger nach Herrsching - und laut Gemeinderätin Mia Schmidt genau so viele wieder weg. „Das war mitunter der Anstoß, uns noch mehr um die Neubürger zu kümmern“, beschrieb sie die Geburtsstunde des Teams. „Heute sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir uns fragen: Wie geht es weiter?“ Die sozialen Aufgaben seien umfangreicher geworden und der Zeitpunkt gekommen, das Thema „Integration“ konkret als politisches Anliegen anzusiedeln. Der für Neubürger, Migranten und Einheimische seit sechs Jahren veranstaltete Willkommenstag sei in der Vergangenheit gut angekommen, sagte Schmidt. Die Organisatoren zählten bis zu 1.000 Besucher. Für Neubürger sind unter anderem extra Sprechstunden eingerichtet worden. Dolmetscher-Dienste stehen im Angebot, interkulturelle Frauengruppen und Dialog-Reihen fördern die Kommunikation und, neben vielen anderen Aktivitäten, sind die Initiatoren Kooperationen mit Bildungs- und sozialen Einrichtungen eingegangen. Ein breites Spektrum, das nach Meinung Schmids weiter ausgebaut werden soll. Bürgermeister Christian Schiller lobte das Engagement, warf jedoch ein, dass die Projekte mit den Menschen stehen und fallen, die sich dafür einsetzen. „Wenn die Arbeit nicht gemacht ist, hilft auch kein Leitbild.“ Schmidt konterte, dass deshalb eine Vertretung im Gemeinderat unumgänglich sei. Damit könne die Öffentlichkeitsarbeit effektiver betrieben und mehr Bürger für soziales Engagement angeworben werden. Als Integrationsbeauftragte stellte sich Schmidt zur Verfügung. Sie betonte aber gleichzeitig, dass sie nicht zwei Posten nebenher betreuen könne und dass sie deshalb das Referat Soziales zur Verfügung stellt. Bürgermeister Christian Schiller zeigte für das Anliegen Verständnis. Er monierte aber auch, dass sich Schmidt nicht zeitig um eine Nachfolge für das Sozialreferat gekümmert hat. Weshalb endgültig über die das Thema Integrationsbeauftragte in einer der nächsten Sitzungen abgestimmt werden soll.

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