Integrationshilfe

Fast ein mittelständisches Unternehmen

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Gilching – Bei der Jahresversammlung des Gilchinger Vereins Integrationshilfe ausländischer Kinder und Jugendlicher hat es im Rahmen von Neuwahlen innerhalb der Vorstandschaft einen Wechsel gegeben. Nach acht Jahren im Amt als Geschäftsführer verzichtete Michael Haas auf eine erneute Kandidatur. Nachrücker ist Winfried Scheller.

Im Jahr 1989 hat der Verein mit der Hausaufgabenbetreuung von drei Schulkindern begonnen, mittlerweile zählt er 78 Mitglieder und hat sich zu einem kleinen mittelständischen Unternehmen entwickelt. Vier hauptamtliche und 35 ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich darum, dass an vier Tagen die Woche 41 Schulkinder und 66 Kindergartenkinder bei den Hausaufgaben und dem Erlernen der deutschen Sprache betreut werden. Die meisten Kinder kommen aus dem Kosovo, der Türkei und Kroatien, erklärt Elke Dietrich, die stellvertretende Vorsitzende. „Der Trend geht verstärkt dahin, dass wir noch viel mehr Kinder aus den EU-Ländern kommen werden, die keinerlei Sprachkenntnisse in Deutsch mitbringen. Deshalb steht für uns die Vermittlung der deutschen Sprache wieder stärker im Fokus.“ Grund sei, dass Eltern explizit aus Rumänien, Bosnien und Bulgarien zum Arbeiten nach Deutschland kämen. „Die Kinder bleiben anfangs noch bei den Großeltern im Heimatland. Sobald die Eltern hier Arbeit und Wohnung gefunden haben, holen sie ihren Nachwuchs nach. Leider sprechen auch die Eltern oft kein Deutsch.“ In diesem Kontext wünscht sich Dietrich, dass mehr noch sogenannte Ü-Klassen in den Grundschulen eingerichtet werden. „Die Kinder lernen eigentlich sehr schnell. In den Ü-Klassen könnten sie erst mal Deutsch lernen und dann in die Regelklassen überwechseln.“ Einen Dank richtete Dietrich an die vielen Ehrenamtlichen, die seit Jahren mindestens einmal die Woche für zwei Stunden die Hausaufgabenbetreuung übernehmen. „Allen gemeinsam ist, dass sie sich entschieden haben, einen Teil ihrer kostbaren Zeit und ihrer Energie für diese Arbeit zur Verfügung zu stellen. Zählt man die geleistete Arbeitszeit im Jahr 2015 zusammen, kommen auf die Ehrenamtlichen 1.971 und auf die Angestellten 1.987 Stunden. Die Gesamt-Einnahmen inklusive der Zuschüsse durch die Gemeinde (20.530 Euro) und Fördergelder durch das Sozialministerium (15.100 Euro) gab Dietrich mit 58.300 Euro an. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 55.000 Euro gegenüber. „Wir hatten 2015 das große Glück, eine größere Erbschaft zu bekommen. Deshalb auch der kleine Überschuss.“ Noch sind Ehrenamtliche zur Mitarbeit gesucht. Wer Lust dazu hat, kann sich unter www.integrationshilfe-gilchinge.de informieren. pop

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