Jules Werson

Anlässlich des 50. Todestages

+

Gilching – Jules Werson gehört in der Gemeinde Gilching zu den Menschen, die Spuren hinterlassen haben. Anlässlich seine 50. Todestages im nächsten Jahr ist der neue Kalender aus der Ideen-Werkstatt des Vereins Zeitreise dem ehemaligen Besitzer des Wersonhauses an der Bruckerstraße gewidmet.

Das Wersonhaus ist vielen Bürgern in Gilching bekannt. Heimat war und ist es unter anderem für die Vhs, dem Sozialdienst Gilching, diversen Kindergruppen, dem Gilchinger Archiv und Hochzeitspaaren, die in dem historischen Gebäude den Bund der Ehe schließen. Jules Werson (1884 bis 1967) kam im Jahr 1919 mit seiner Mäzenin Marie Lindemann nach Gilching. Damals nannte er die Villa, die 1914 durch Melchior Fanger geplant und durch Eduard Forner gebaut wurde, „Haus Zwei Birken“. Es diente dem Bildhauer und Maler nicht nur als Wohnstätte, sondern auch als Atelier. Unter anderem gründete Werson anno 1950 gemeinsam mit Rudi Schicht und Max Schinner, beide im Schuldienst tätig, die Volkshochschule Gilching. Des Künstlers Atelier aber war Treffpunkt des Arbeitskreises „Form und Farbe – Ethik und Aesthetik“. Zudem stellt er den Teilnehmern seine umfangreiche Bibliothek zur Verfügung. Als Werson 1967 starb, übernahm Witwe Betty Werson die Villa. Nach ihrem Tod im Jahr 1981 verkauften die Erben das Anwesen an die Gemeinde Gilching, die es künftig unterschiedlichen Nutzungen zur Verfügung stellte. Mit Sicherheit in seinem Sinne wird nun im ersten Stock des Wersonhauses unter Federführung des Vereins Zeitreise das Museum „SchichtWerk“ eröffnet. Start ist im März 2017. Weil sich im nächsten Jahr außerdem der Todestag von Jules Werson zum 50. Mal jährt, hat die Vorstandschaft des Vereins Zeitreise in Kooperation mit Gemeindearchivarin Ursula Lochner beschlossen, den neuen Jahreskalender dem wohl berühmtesten Bürger der Gemeinde zu widmen. „Auf Anhieb wird nicht jeder sofort erkennen, was das jeweilige historische Foto mit Werson zu tun hat“, erklärt Annette Reindel, Vorsitzende des Vereins. „Doch die dazu gehörigen Informationen geben Aufschluss darüber, wo überall der Künstler seine Spuren hinterlassen hat. Er hat sehr viel für Gilching getan.“ Wer weiß zum Beispiel heute noch, dass Werson neben dem Kolonialwarengeschäft Max Lauberger einen kleinen Teich anliegen ließ, „in dem die Damen des Hauses auch einmal plantschten“. Laut Lochner, die für die Texte verantwortlich ist, erinnern sich einige ältere Gilchinger daran, wie sie als Kinder versuchten, einen Blick in den geheimnisvollen Garten zu erhaschen. Überraschend für die Initiatoren des Kalenders, dass im Zuge der Recherche erstmals auch ein Foto der ehemaligen Goldmacher-Villa aufgetaucht ist. Lochner: „Als prominenter Mitbürger von Jules Werson wohnte Franz Tausend in den Jahren 1925 bis 1928 in dieser Villa am Steinberg. Bekannt wurde Tausend, weil er vortäuschte, Gold herzustellen und sich auf diese Weise Fördergelder erschlich.“ Insgesamt zieren 15 historische Fotos den Kalender 2017 mit dem Titel „Zu Gast in Jules Wersons Gilching“. Erhältlich ist er zum Preis von 9,80 Euro in der Gemeinde-Bücherei, im Archiv oder direkt beim Verein Zeitreise, Römerstraße 15, jeweils dienstags von 10 bis 12 Uhr. Nähere Informationen im Internet unter www.zeitreise-gilching.de.pop

Meistgelesene Artikel

Ein Minus und andere Überraschungen

Gilching – Steht das Thema Betreuungseinrichtungen für Kinder auf der Tagesordnung des Gilchinger Gemeinderats, sind es meist die Finanzen, die …
Ein Minus und andere Überraschungen

Magen- und Darmspiegelung kombiniert

Starnberg – Anfang April vergangenen Jahres stellten Professor Martin Storr und Herbert Eisenlohr vom Zentrum für Endoskopie am Klinikum Starnberg …
Magen- und Darmspiegelung kombiniert

Mitarbeiter zeigen Herz

Gilching – „Vodafon-Mitarbeiter zeigen Herz“ lautet das Motto einer Spendenaktion, von der nun auch der Gilchinger Verein Kinderinsel profitiert hat. …
Mitarbeiter zeigen Herz

Kommentare