Aus juristischen Gründen

Weil das Amt für Körperschaftssteuer die Heimatgeschichte nicht unter Kultur einordnen wollte, wurde in Inning nun der 40. Verein aus der Taufe gehoben. Er wird künftig eigenständig unter Heimatgeschichte Inning firmieren.

Ein klein wenig Wehmut machte sich auf der Gründungsversammlung vergangene Woche im Haus der Vereine breit. „Glücklich sind wir über die Tatsache, dass wir uns juristisch vom Kulturkreis trennen mussten, nicht“, räumte Jutta Göbber ein. Das Amt für Körperschaftssteuer hatte festgestellt, dass der Arbeitskreis Heimat- und Ortsgeschichte, den Göbber seit 21 Jahren unter Schirmherrschaft des Kulturkreises leitete, nicht satzungskonform mit dem Verein Kulturkreis ist. Es blieb also nur, die Satzung zu ändern, was jedoch nach sich gezogen hätte, dass Mitgliedsbeiträge steuerlich nicht mehr absetzbar gewesen wären. Vorgeblich lassen sich Geschichtsforschung und Kultur nicht vereinbaren. Da von diesem Schritt rund 400 Mitglieder betroffen gewesen wären, entschieden sich Göbber und Mitstreiter für die Abnabelung. „ Wir werden aber weiterhin eng zusammenarbeiten“, versprach Göbber. Zur Gründungsversammlung waren 29 Gäste erschienen. 27 davon traten dem neuen Verein „Heimatgeschichte Inning“ bei. „Die Zielsetzung bleibt wie bisher“, sagte Göbber. Unter anderem werden weiterhin „das unbekannte Inning“ und alle seine Ortsteile erforscht, Ausstellungen und heimatkundliche Wanderungen organisiert, Zeitzeugen interviewt, historisches Material gesammelt und das Archiv in Ordnung gehalten. Zur Vorsitzenden wurde Jutta Göbber gewählt. Ihr Stellvertreter ist Horst Schramm. Eine Konstellation, die sich seit Jahren bewährt hat. Für Diskussion sorgte der mögliche Beitrag. Immerhin müssen künftig Mitglieder des Kulturkreises, wollen sie auch weiterhin in Punkto Heimatgeschichte dabei sein, doppelten Beitrag zahlen. Renate Rehm, Vorsitzende des Kulturkreises regte deshalb einen niedrigen Beitrag an. Letztendlich einigte sich die Versammlung auf zwölf Euro jährlich. Familien, auch Lebensgefährten, zahlen zusammen 18 Euro. Nun muss die Satzung noch vom Finanzamt abgesegnet werden, bevor sie rechtsgültig ist. Ziel von Jutta Göbber: „Wir werden ein relativ kleiner Verein bleiben, weil sich die Jungen weniger für Heimatgeschichte interessieren.“ Bis zum Jahresende hofft sie dennoch auf 80 Mitglieder. Die erste Veranstaltung unter neuem Namen, zu der Horst Schramm einlädt, findet am Freitag, 20. März, statt. „In Zusammenarbeit mit der Ammersee Umweltschule wollen wir acht- bis 14-jährigen Kindern und Jugendlichen Inning zeigen“, sagte der neu gewählte stellvertretende Vorsitzende. Treffpunkt ist um 15 Uhr beim Supermarkt Edeka.

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