Katastrophale Verhältnisse

Die Badesaison hat längst begonnen. Eins der beliebtesten Ausflugsziele in der Region ist das Uferareal in Stegen am Ammersee. An heißen Sommertagen tummeln sich da bis zu 1.000 Menschen. Was zu katastrophalen Verkehrsverhältnissen führt. Auch in Oberndorf am Wörthsee sieht es nicht anders aus.

Wer am Sonntag nach Stegen wollte, scheiterte bereits an der Parkplatzsuche. Selbst die Parallelstraße zur Autobahn München-Lindau war zugeparkt. „Ein Problem, das uns längst bekannt ist“, sagte Innings Bürgermeister Werner Röslmair. Deshalb ist geplant, im Rahmen der Sanierung des gesamten Uferbereichs auch eine praktikable Lösung des Verkehrsproblems zu finden. Wie berichtet, investiert der Erholungsflächenverein München rund 700.000 Euro in die Sanierung des Geländes zwischen Parkplatz, Dampfersteg und Liegeflächen. „Es wird auch Zeit, immerhin ist Stegen das Tor zum Ammersee. Bisher aber wurde es sehr stiefmütterlich behandelt“, sagte Röslmair. Er stellte außerdem auf einer Versammlung des Freien Bürgerblocks im Haus der Vereine in Inning die einzelnen Sanierungs-Maßnahmen vor. „Insbesondere mangelt es an sanitären Anlagen. Die Toiletten sind derzeit in einem katastrophalen Zustand“, monierte der Rathauschef. Geplant sind zwei neue Duschen und eventuell sogar ein Kiosk. Verschwinden sollen auch die vielen Betonblöcke entlang des Ufers. „Die sind noch aus Kriegszeiten und passen einfach nicht zum Ammersee und müssen weg.“ Grundsätzliches Ziel laut Röslmair sei, das gesamte Badegelände nicht nur naturnah sondern auch familienfreundlicher zu gestalten. „Vom planerischen her gibt es viele gute Ideen. Wie sie sich aber umsetzen lassen, steht noch nicht fest.“ Mit Fertigstellung der Maßnahmen wird bis Ende 2011 gerechnet. Auf die Kommune kommen dann rund 50.000 Euro jährlich für Pflegekosten zu. Wobei ein Teil davon wieder über die Parkgebühren herein kommt. Ein weiteres Schwerpunktthema auf der Versammlung war das Erholungsgelände Oberndorf am Wörthsee, das zur Flur Inning gehört. „Hier bereiten uns die vielen Wildparker entlang der Staatsstraße echte Probleme. Es geht oft so eng zu, dass es kein Durchkommen mehr für Krankenwagen und Notärzte gibt“, erklärte Röslmair. Tragisch insofern, als dass die Straße die kürzeste Verbindung zwischen Autobahn und Krankenhaus Seefeld ist. „Passiert auf der Autobahn etwas, kann es zur Katastrophe kommen.“ Nun soll eine frühere Idee wieder aufgegriffen werden. Bereits in den 90er Jahren war vom Gemeinderat Inning eine etwa 500 Meter von der jetzigen Straße entfernte und rund 800 Meter lange Trasse durch den Wald befürwortet worden. „Leider wurde dieser Vorschlag ein halbes Jahr später auf Druck eines Großteils von Schlagenhofener Bürgern wieder gekippt. Die Trassenplanung gibt es aber noch und ist bei der Straßenbaubehörde sogar in der Dringlichkeitsstufe I“, betonte Röslmair. Auf seine Initiative hin habe bereits ein Gespräch mit den übergeordneten Behörden und mit Armin Elbs vom gräflichen Rentamt in Seefeld, Eigentümer des Wörthsees und des dazugehörigen Geländes, stattgefunden. „Obwohl Graf Toerring mit Abstand die meiste Fläche für die neue Trasse abtreten müsste, befürwortet er die Maßnahme. Auch die Behörden sind grundsätzlich dafür.“ Voraussetzung ist, dass die Staatsstraße auf Kosten der Behörde zurück gebaut wird, so dass es nur noch zwei Zufahrten für die vorgesehenen Parkplätze gibt. Außerdem ist ein neuer Rad- und Wanderweg vorgesehen. „Die Chancen stehen derzeit gut“, sagte Röslmair. Läuft doch zum 31. Dezember 2011 der Pachtvertrag zwischen Graf Toerring und dem Erholungsflächenverein als Pächter von Oberndorf aus. Im Rahmen neuer Vertragsverhandlungen könnte alles neu geregelt werden, hofft der Rathauschef. „Bisher ist es nur eine Vision. Ich hoffe aber, dass sie Wirklichkeit wird.“ Bereits im Juli soll das Thema im Gemeinderat behandelt werden.

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