Keine Alternative zum Straßenbau

„Der Hauptträger der Mobilität bleibt auch in Zukunft die Straße“, machte der Günther Grafwallner, der Leiter des Straßenbauamtes Weilheim, unmissverständlich deutlich. Die Straßen im Landkreis, für deren Pflege, Ausbau und Sicherheit seine Dienststelle pro Jahr rund zehn Millionen Euro ausgibt, seien laut Grafwallner alternativlos. Soll heißen, die Politik kann sich lediglich überlegen, über welche Achsen sie den Verkehr durch ihren Landkreis lenken will. „Eine gute Verkehrsanbindung ist immer auch ein Standortvorteil“, machte Grafwallner deutlich, da hat er den Kreispolitikern aber nichts Neues erzählt. In der Tat gilt es zu überlegen, wo man die Verkehrsachsen festlegen möchte.

Nachdem im vergangenen Jahrzehnt neben der Verlängerung der A96 und den Umgehungen von Hanfeld und Pöcking nichts beim Straßenausbau im Landkreis passiert ist, soll ab 2010 kräftig gebaut werden, kündigte Grafwallner bei der ersten Verkehrskonferenz im Landratsamt an. Addiere man alle Straßen im Landkreis, „kommen wir auf eine Länge von Starnberg nach Palermo“, so der oberste Straßenbauer. Trotz dieser beachtlichen Kilometer, vielerorts genüge die bestehende Infrastruktur schon lange nicht mehr den Anforderungen, so Grafwallner. Das heißt: Die Straßen sind überlastet und deshalb meist verstopft. Er nannte eine Reihe von Projekten, mit denen der Verkehrsstrom durch das Fünfseenland flüssiger gemacht werden soll. Die Umgehungsstraße von Pähl etwa, die zum Ausbau der Trasse Weilheim-Herrsching-Inning und weiter zur Lindauer Autobahn gehört, ist nur eine Maßnahme, die im kommenden Jahr begonnen wird. Ob es für Inning eine Umgehung geben wird oder nicht, vermochte Grafwallner nicht einzuschätzen. Wie berichtet, wird in der Ammersee-Gemeinde eine Ortsumfahrung sehr kontrovers diskutiert. Interessant dürfte für die Herrschinger die Aussage Grafwallners sein, wonach die Beseitigung des Bahnübergangs an der Rieder Straße Priorität genieße. Damit nicht genug. Die über elf Millionen Euro teure Umgehung für die Ortschaften Unter- und Oberbrunn, die auf der Hauptachse zwischen Starnberg und Gilching liegen, wird 2010 in Angriff genommen. Rund zwei Jahre sollen die Arbeiten dauern, Fertigstellung also 2012. Offenbar können sich auch die Weßlinger Hoffnung machen, dass es im Ort bald ruhiger wird. Grafwallner rechnet noch für diesen Winter mit einem Abschluss des Verfahrens zur Planfeststellung. Nicht so drängend wird offenbar die Westumgehung für Gilching eingestuft, hierzu konnte der Experte keine neuen Angaben machen. Das vom Gemeinderat bereits vor geraumer Zeit beschlossene Vorhaben liegt auf Eis, weil unter anderem Grundstücksbesitzer nichts von ihrem Boden abgeben wollen. Und auch beim Brückenbau passiert einiges, etwa in Tutzing, wo die Brücke über den Bahnstrecke München-Innsbruck (bzw. Kochel) ausgebaut werden soll. Grafwallner wollte sich keinen Illusionen hingeben, „der Straßenbau und -ausbau ist und bleibt sehr wichtig für uns“. Am Beispiel Gilching und dem neuen Gewerbegebiet Süd an der A96 machte er zudem deutlich, „wie wichtig für unsere Wirtschaft derartige Verkehrsknotenpunkte sind“.

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