Keltensäule

"Irgendwann stand sie da"

+

Gilching – Wer sich in Gilching zwischen dem Weiler Wiesmath und dem naturbelassenen Wildmoos auf Wanderschaft macht, kommt unweigerlich an einer imposanten Keltensäule vorbei. Wer sie geschnitzt beziehungsweise aufgestellt hat, ist nicht bekannt.

Vermutet wird jedoch, dass an diesem magischen Ort noch heute keltische Bräuche gepflegt werden. Um 450 v. Chr. herum, so die Überlieferung, siedelten sich rund um Gilching die Kelten an. Zentrum war seinerzeit die Keltenstadt Ambre, das heutige Schöngeising. Bauliche Zeugnisse dieser Besiedelung im westlichen Teil von Gilching sind unter anderem zwei Viereckschanzen zwischen Rottenried und Steinlach, die irrtümlicherweise oft als Römerschanzen bezeichnet werden. Obwohl die Kelten von den Römern abgelöst wurden, scheint der keltische Geist nicht erloschen zu sein. Selbst die christliche Kultur hat keltische Bräuche übernommen. Dazu gehören der Tannenbaum, der zu Weihnachten geschmückt wird, um die Bäume zu ehren oder aber auch die keltische Göttin Ostara zu Ostern sowie der Hase als männliches Fruchtbarkeitssymbol und das Ei als weibliches Pendant. Esoteriker und Okkultisten, für die das Fische-Zeitalter Ende 2000 durch das Zeitalter des Wassermannes abgelöst wurde, sind überzeugt, dass während der aktuellen Epoche wieder mehr Menschen anfangen, ihre Wurzeln zu erkennen und den alten Weg der Urahnen einschlagen werden. „Und umso mehr es werden, umso mächtiger werden auch die alten Götter“, ist auf einer Keltenseite im Internet nachzulesen. Dass keltische Bräuche auch im Raum Gilching gepflegt werden, beweisen diverse Kultstätten, betont Manfred Gehrke vom Archäologischen Verein. Dazu zählt unter anderem eine Keltensäule, die unweit des Weilers Wiesmath in direkter Nachbarschaft der Blauen Wander-Route des Archäologischen Vereins steht. „Wir haben aber mit der Keltensäule nichts tun und wissen auch nicht, von wem sie ist und wer sie aufgestellt hat“, sagt Gehrke. Ähnliche Auskünfte gibt es bei den direkten Nachbarn im Reitzentrum und im Gilchinger Bauamt. „Irgendwann stand sie da. Nicht einmal gerüchteweise haben wir erfahren, wer sie aufgestellt hat“, räumt Bauamtsleiter Max Huber ein. Den Fichtenstamm zieren etliche Symbole, die in einem Merkblatt auch beschrieben werden. Von herausragender Bedeutung sei unter anderem die Skulptur des „Keltenfürst von Glauberg“, der nach der Weiblichkeit und der Triskele an dritter Stelle von oben eingeschnitzt ist. Den Abschluss bilden die Triquetras und der Mond. „Der Mond ist ein sehr harmonisches und gern gesehenes Symbol der Kelten… und wird als Enthüller der heiligen Dinge angesehen.“ pop

Meistgelesene Artikel

Ein Minus und andere Überraschungen

Gilching – Steht das Thema Betreuungseinrichtungen für Kinder auf der Tagesordnung des Gilchinger Gemeinderats, sind es meist die Finanzen, die …
Ein Minus und andere Überraschungen

Für Menschen in seelischen Krisen

Landkreis – Für Bezirkstagspräsident Josef Mederer ist es „ein Meilenstein für die wohnortnahe Versorgung psychiatrischer Notfälle in Oberbayern“. …
Für Menschen in seelischen Krisen

Magen- und Darmspiegelung kombiniert

Starnberg – Anfang April vergangenen Jahres stellten Professor Martin Storr und Herbert Eisenlohr vom Zentrum für Endoskopie am Klinikum Starnberg …
Magen- und Darmspiegelung kombiniert

Kommentare