Ausgrabungen

Neues über die drei "Kiltis"

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Gilching – Neues aus Gilchings Vergangenheit weiß Annette Reindl, Vorsitzende des Vereins „Gesellschaft für Archäologie und Geschichte“, zu berichten.

Derzeit stehe man in den Vorbereitungsarbeiten für das künftige Museum im Wersonhaus an der Brucker Straße, sagt Reindl. „Die wissenschaftlichen Untersuchungen unserer drei Skelette sind so gut wie abgeschlossen.“ Bisher waren die gut erhaltenen Skelette, die 2012 an der Römerstraße gefunden wurden, unter „Kiltis“ ein Begriff. Um ihnen aber eine Persönlichkeit zu geben und sie unterscheiden zu können, erhielt das zweite gefundene Skelett den Namen „Kilterich“ und das weibliche Skelett heißt künftig „Kiltine“. Mittlerweile stehen auch eine ungefähre Altersangabe und die Zeit fest, in der sie gelebt haben. Kilti war zwischen 19 und 23 Jahre, Kilterich 20 bis 30 Jahre und Kiltine 17 bis 23 Jahre. Gelebt haben sie zwischen 660 und 680 n. Chr. Interessant sei außerdem, sagt Reindl, dass durch eine Strontiumsotopen-Analyse zur Herkunftsbestimmung festgestellt wurde, dass die zwei Männer vor ihrer Zeit in Gilching im Bayerischen Wald gelebt haben müssen. „Bei der Frau waren die Werte sehr unterschiedlich und auch sehr ungenau, so dass ihre Herkunft nicht einwandfrei identifiziert werden konnte.“ Außerdem kam nun heraus, dass „Kilti“ durch „wahnsinnige Zahnschmerzen gequält wurde“, betont Reindl. „Er hatte nicht nur Karies, sondern auch einen Wurzelspitzenabzess, das ja damals noch nicht behandelt werden konnte.“ Derzeit sei der Verein dabei, für das künftige Museum entsprechend der Funde die Texte vorzubereiten und Hörspiele aufzunehmen. Außerdem wird in Kooperation mit der Internetblattform „Byseum“ für nicht staatliche Museen eine professionelle Homepage erstellt. „Dort gibt es kostenlos Bausteine, die wir nur ergänzen müssen.“ Reindls Dank geht auch an die Gemeinde Gilching, die 4000 Euro für die Vorbereitung zur Verfügung gestellt hat. An Gilching Bürger appelliert die Hobby-Archäologin, aufmerksam bei Bauprojekten, bei Spaziergängen oder bei der Gartenarbeit zu sein, damit mögliche Fundstücke wie Tonscherben, Münzen oder andere Relikte aus Gilchings Vergangenheit nicht achtlos im Müll landen. „Auch wenn Fundstücken nicht auf Anhieb angesehen wird, dass sie vielleicht für uns wertvoll sind, ist es besser, dass erst ein Experte drüber schaut, bevor sie weggeschmissen werden. „Gehören die Fundstücke zu Gilchings Geschichte, wären wir froh, sie als Leihgabe für einige Zeit ausstellen zu können. Mit jedem Puzzleteil wird die Geschichte so weitergeführt.“ In der Zeit vom 13. bis 11. November nimmt der Verein außerdem bei Gilchings erster Kulturwoche teil. Dann gibt es auch Führungen durch das Wersonhaus und ein Einblicke, wo künftig das Museum mit einer Dauerausstellung vertreten sein wird. pop

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