Kinderbetreuung

Qualifiziertes Personal fehlt

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Gilching – Ein Kopfgeld von 500 Euro für die Vermittlung eines geschulten Erziehers lobte die Gemeinde Gilching aus. Doch der Markt ist leer gefegt.

„Wie wir den Rechtsanspruch auf einen Krippen- und Kindergartenplatz zum 1. August ohne gut geschultes Personal umsetzen sollen, das hat der Gesetzgeber nicht gesagt“, moniert Gilchings Bürgermeister Manfred Walter.     Um auf die ausweglose Situation aufmerksam zu machen, lud Gilchings Bürgermeister Manfred Walter am Donnerstag auf den Marktplatz zu einer „öffentlichen Bürgerversammlung unter freiem Himmel“ ein. Rund 200 Erzieher und Träger der jeweiligen Einrichtungen, Eltern und eine Schar von Kindern unterstützten das Ansinnen des Rathauschefs, den Gesetzgeber an seine Pflicht zu erinnern, mehr zu tun, als nur Forderungen zu stellen. „Gute pädagogische Betreuung braucht qualifiziertes Personal, welches momentan in den Ballungsräumen nicht zur Verfügung steht“, sagte Walter. „Die Regierenden beschließen zwar einen Rechtsanspruch auf Krippen- und Kindergartenplätze und fordern auch längere Öffnungszeiten. Doch wie wir das umsetzen sollen, dass bleibt offen.“ Seiner Meinung nach sei es längst an der Zeit, nicht nur zu fordern, sondern zeitgleich den Beruf des Erziehers aufzuwerten und für eine faire Bezahlung Sorge zu tragen. Das Gehalt einer gut ausgebildeten Erzieherin in Vollzeit liegt derzeit bei rund 1.470 Euro netto. Eine Kinderpflegerin in Vollzeit geht mit 1.356 Euro monatlich nach Hause. „Für diese verantwortungsvolle Aufgabe viel zu wenig. Davon kann man nicht leben“, betonte Walter. Die Gemeinde Gilching hat mittlerweile durch den Bau einiger neuer Kindergärten und Kinderkrippen dem Anspruch auf mehr Plätze Rechnung getragen. Walter: „Es kann aber erst über längere Öffnungszeiten oder einen weiteren Neubau gesprochen werden, wenn wir genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung haben, um so auch die Qualität in der Kinderbetreuung zu gewährleisten.“ Der Rathauschef wies zudem darauf hin, dass in Gilching bereits ein einjähriger Versuch mit täglich zwei Stunden mehr Öffnungszeit gemacht wurde. „Das ging leider zu Lasten der Kinder wie auch des Personals. Dieser Versuch ist gescheitert.“ Polly Polster

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