Kinderbetreuung

Suche nach Tagesmüttern

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Gilching – In keiner anderen Gemeinde im Landkreis Starnberg wurden derart viele Betreuungseinrichtungen neu gebaut, wie in der Gemeinde Gilching.

Dennoch fehlen weitere 100 Plätze. Nun soll verstärkt die Suche nach Tagesmüttern im Vordergrund stehen. Antrag darauf, den Fokus künftig auch auf Tagesmütter zu richten, stellte Harald Schwab (CSU), selbst Vater von schulpflichtigen Zwillingen. Er führte an, dass es insbesondere für berufstätige Eltern finanziell katastrophal sei, keine geeignete Betreuung für den Nachwuchs zu finden. „Es kann sogar der Verlust der Arbeitsstelle Folge davon sein“, betonte Schwab. Er regte deshalb an, seitens der Gemeinde die Kosten für eine Aus- und Weiterbildung interessierter Tagesmütter zu übernehmen. Bekanntlich haben ab 1. August alle Kinder Rechtsanspruch auf einen Krippen- bzw. Kindergartenplatz. Ein Gesetz, das nicht nur wegen fehlender Räumlichkeiten, sondern auch wegen fehlendem Personal nicht umgesetzt werden kann. „Wir kommen der Nachfrage nie hinterher. Es gibt auch viel zu wenige Tagesmütter“, bedauerte Bürgermeister Manfred Walter in der jüngsten Ratssitzung. Zumal der Zuzug nach Gilching anhalte. „Im Vorjahr sind junge Familien mit insgesamt 116 Kindern unter sechs Jahren zugezogen. Wo sollten wir auf einmal so viele Betreuungsplätze hernehmen?“, fragte Walter. Im Gegenteil sei man ziemlich ratlos, wie sich das Problem lösen lasse. Zum einen gibt es in Gilching kein geeignetes Grundstück mehr für eine weitere Betreuungseinrichtung, sagte Walter. Andererseits sei der Arbeitsmarkt für Erzieher leer gefegt. „Dabei müssen wir auch darauf achten, die bestehenden Gruppen durch ausreichend Personal am Laufen zu halten, um nicht bei der Qualität der Betreuung Einbussen hinzunehmen.“ Grünen-Gemeinderat Herbert Gebauer forderte, Gilching für Erzieher unter anderem durch günstigen Wohnraum, beziehungsweise Wohngemeinschaften und ein vernünftiges Gehalt schmackhaft zu machen. „Dies ist bereits der Fall“, konterte Walter. „Wir stellen bereits Wohnraum für Erzieher, die von auswärts kommen, zur Verfügung.“ Im Übrigen bedauerte der Rathauschef die Ignoranz der hohen Politik. „Sie fordern nur und wissen oft gar nicht, wie es an der Basis läuft.“ Dem Antrag, die Ausbildung von Tagesmüttern finanziell zu unterstützen, wurde angenommen. Mit der Auflage, dass sie nur Kinder aus der Gemeinde Gilching betreuen darf. pop

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