Konzept für das Radltal

„Würmtal - das Radltal. Eine Region fährt Rad.“ Mit diesem regionalen Projekt soll der Radverkehr im Alltag und in der Freizeit in den fünf Würmtal-Gemeinden Gauting, Gräfelfing, Planegg, Krailling und Neuried gefördert werden. „Ziel ist ein umfassendes Radverkehrskonzept, dass vor allem das alltägliche Radfahren, ob zur Schule/Ausbildung, zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Freizeit maßgeblich fördert“, erklärt Christian Fahnberg vom Ingenieurbüro Ingevost. Hierzu soll in gemeinsamen Workshops ein regionales Konzept für den Alltags- und Freizeitverkehr erarbeitet werden unter Berücksichtigung gemeindespezifischer lokaler Interessen.

„Das Innovative an diesem kommunenübergreifenden Projekt ist zum einen, dass wir fünf Gemeinden in ein Boot geholt haben und zum anderen dass es sich um ein ‘Basis basierendes Projekt’ handelt“, wie Fahnberg betont. Man wolle kein übergestülptes Projekt, sondern einen Prozess fördern, der von unten stattfindet. „Diesen Prozess werden wir moderierend begleiten und initiieren.“ Ein Projekt indem unter anderem auch die Schüler aufgefordert werden, Mängel auf dem Schulweg aufzuzeigen, ihren Schulweg zu planen und sich an Aktionen wie „Mit dem Rad zur Schule“ zu beteiligen. „Wenn wir über die Verkehrsbeziehungen zu den örtlichen Bildungseinrichtungen beispielsweise wissen, kann auch der Anteil der ‘Eltern-Taxi- Fahrten’ im Schülerverkehr verringert werden.“ Zudem soll mit jährlichen Aktionstagen wie dem Würmtaler Radlfest dazu aufgerufen werden, verstärkt das Fahrrad zu nutzen. Gerade bei den täglichen kürzeren Autofahrten unter einem Kilometer sieht Fahnberg die größten Einsparpotenziale bewusst auf das Auto zu verzichten. Gräfelfing als federführende Gemeinde hat bereits einen Antrag auf Fördermittel beim Bund eingereicht. Bei einem errechneten Bedarf von 200.000 Euro, so Fahnberg, können die Gemeinden mit einem Zuschuss von bis zu 160.000 Euro rechnen, da das Radverkehrsprojekt mit bis zu 80 Prozent vom Bundesverkehrsministerium gefördert wird. Allerdings nur für nicht investive Maßnahmen. Damit sind Workshops, Schulungen, Beratungen Wegweisungsplanungen und konzeptionelle Tätigkeiten gemeint. Mit der Bewilligung eines Zuschusses rechnet Fahnberg frühestens März nächsten Jahres. „Sobald wir aber positive Signale aus Berlin hören, werden wir in einem ersten Workshop mit den fünf Bürgermeistern die Steuerungsgruppe besprechen und präzisieren.“ Im ersten Halbjahr 2009 soll dann ein öffentlichkeitswirksamer Workshop stattfinden, in dem alle Bürger aufgerufen werden Schwierigkeiten und Schwachstellen im Radverkehr darzustellen. Ziel dieses Workshops ist es, eine große Bevölkerungsschicht zu erreichen und für das Radfahren zu sensibilisieren. „Allein der Ausbau von Radwegen führt uns nicht zum Ziel“, konstatiert Fahnberg, „wir müssen einen Bewussteinsprozess in Gang setzten, damit mehr Menschen ihr Mobilitätsverhalten ändern.“ Im Sommer ist zudem eine Mobilitätsverhaltensbefragung geplant. Ein zweiter Workshop soll sich dann mit Thema „Mit dem Rad zur Schule“ auseinandersetzen. Grundidee des regionalen Projektes ist die Schaffung eines „Kümmeres“, erklärt der Verkehrsplaner. Dieser soll dafür sorgen, dass der erarbeitete Maßnahmenkatalog zur Radverkehrsförderung auch tatsächlich in jeder Gemeinde Schritt für Schritt umgesetzt wird. Fahnberg spricht sich grundsätzlich für die Ernennung eines Fahrradbeauftragten als Schnittstelle zwischen Bürger und Verwaltung aus, der den Radverkehr nachhaltig fördert. Der Verkehrsplaner ist davon überzeugt, dass sich der Radverkehrsanteil deutlich erhöhen wird, wenn jede der fünf Gemeinden ab 2010 je nach Größe 30.000 bis 50.000 Euro für den Radverkehr in den Haushalt einstellen würde. Auf jeden Fall sollen die Pläne nicht in den Schubladen liegen bleiben wie vor elf Jahren, als in Planegg und Gräfelfing schon einmal eine Schwachstellenanalyse erarbeitet, aber nur wenig umgesetzt wurde, wünscht sich Fahnberg. Ziel ist es, den Radverkehr innerhalb den Gemeinden wie auch von Gemeinde zu Gemeinde zu steigern. „Vor 20 Jahren lag der Binnenverkehr in den Würmtal-Gemeinden bei circa 20 Prozent während der Radverkehr von Gemeinde zu Gemeinde deutlich unter fünf Prozent lag.“

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