Kostenmehrung sorgt für Unmut

Von außen wirkt die Rathaus-Turnhalle in Gilching betriebsbereit. Doch im Innenbereich fehlt es noch an wichtigen Details. Foto: Polster

Gilching – Gehörig Viel Kritik musste sich der Architekt Alexander Dorn in der jüngsten Ratssitzung in Gilching anhören. Auf der Tagesordnung stand die Sanierung der Rathausturnhalle. Sie wird weit teurer als geplant.

Einen schweren Stand hatte Alexander Dorn. Der Architekt musste dem Ratsgremium beibringen, dass sich die Sanierung verteuert. Die erste Kostenschätzung für die Generalsanierung der einsturzgefährdeten Rathausturnhalle lag bei 900.000 Euro. Dann waren plötzlich 1,2 Millionen im Angebot. Unter Betreuung von Alexander Dorn stieg die Kostensschätzung noch einmal auf 1,6 Millionen Euro an. In der Ratssitzung erklärte Dorn,  dass weitere Kosten, unter anderem für Akustik- und Brandschutzmaßnahmen, auf die Kommune zukommen. Aktuelle Kostenschätzung: Rund 1,725 Millionen Euro. Die neue Kostenmehrung sorgte im Rat allgemein für Unmut. „Die Sanierung kostet mittlerweile fast das Doppelte von dem, was ursprünglich veranschlagt worden war“, schimpfte Michael Hauser (CSU). „Das ist unverantwortlich und hat nichts mehr mit Planung zu tun. Würde ein Privatmann so wirtschaften, wäre er längst pleite.“ Rechenschaft forderte unter anderem Dieter Moehring (SPD). Er bat Dorn, über finanziell nicht erkenntliche Details Auskunft zu geben. Dazu wolle er ein persönliches Gespräch mit dem Architekten. Michael Rappenglück (SPD) nannte es enttäuschend, da man auch unvorhergesehene Dinge bei einer Kostenschätzung mit berücksichtigen müsse. Im Übrigen bat er um Überlegungen, wie sich künftig derartige Überraschungen vermeiden lassen. Bürgermeister Manfred Walter nahm das Planungsteam in Schutz und erklärte, dass insbesondere bei umfangreichen Sanierungen unvorhergesehene Dinge passieren können. „Es ist kein Haus, das neu gebaut wird. Wir standen außerdem unter Zeitdruck, damit die Turnhalle schnellstmöglich wieder in Betrieb genommen werden kann. Jetzt müssen wir in den sauren Apfel beißen.“ Martin Fink (CSU) monierte in diesem Zusammenhang, dass ein Neubau, den Fink ursprünglich angeregt hatte, nie geprüft worden sei. Bauamtsleiter Max Huber konterte, dass bei einer Neuplanung bis zur Inbetriebnahme der Turnhalle mindestens fünf Jahre ins Land gezogen wären.      Dorn wies außerdem darauf hin, dass bei der Sanierung viele Maßnahmen neu dazu gekommen sind, die nicht vorgesehen waren. „Nach heutigem Stand aber kommt nichts mehr dazu", versprach er. Wegen weiteren Verzögerungen der Baumaßnahmen wird die Halle außerdem nicht vor Anfang Dezember in Betrieb gehen können.

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