Kräutergarten

Die Tradition der Heilkunde

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Andechs – Im Sommer ist der Andechser Kräutergarten in den Skulpturenpark des Klosters umgezogen. Viele verschiedene Heil- und Gewürzpflanzen sind in mehreren Hochbeeten direkt erlebbar. Am Mittwoch vergangener Woche erteilte Abt Johannes nun den Segen.

Der Andechser Kräutergarten wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Steierl-Pharma GmbH in Herrsching, einem Hersteller von Naturarzneimitteln angelegt und dient Schulen, Heilpraktikern, Apothekern und Ärzten als Lehrgarten, in dem Kräuter- und Heilpflanzen gezeigt werden, die in der Pflanzenheilkunde, Homöopathie und auch in der Volksheilkunde verwendet werden. Die Klostermedizin verdankt ihre Entstehung auch Benedikt von Nursia (480-547). Um das Jahr 527 gründete er in Süditalien das Kloster Montecassino, dem er eine umfangreiche „Regula” gab. In Kapitel RB 36, 1 heißt es: „Die Sorge für die Kranken steht vor und über allen anderen Pflichten”. Während bis dahin nur Höhergestellte eine medizinische Versorgung erhielten, behandelten die Mönche im Sinne der christlichen Caritas alle Hilfesuchenden - auch Obdachlose und Arme.

Der St. Galler Klosterplan wie auch der „Hortulus“ des Wahlafried Strabo von der Insel Reichenau, die Schriften der heiligen Hildegard von Bingen sowie die Apotheken- und Kräutergärten verschiedener Benediktinerklöster geben einen Hinweis auf die Verbundenheit dieses Ordens mit der Naturheilkunde. Der Kräutergarten stellt wichtige Heilpflanzen vor, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), in der Homöopathie und auch in der Volksheilkunde teilweise bereits seit Jahrhunderten Verwendung finden. Die Pflanzen sind durch Hinweisschilder auf den Beeten gekennzeichnet. Ein auf einzelne Organe bezogenes Farbleitsystem gibt Auskunft über die Anwendungsbereiche der Heilpflanzen. Der Kräutergarten wird ohne den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden gemäß den Richtlinien des biologischen Landbaus betrieben. Die Bescuher werden gebeten, vor der Besichtigung folgende Hinweise zu beachten: Die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr. Der Kräutergarten ist ganzjährig geöffnet, wird jedoch in der Vegetationspause nicht gepflegt. sb

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