Krankenhaus Seefeld

Ein durchweg positives Fazit

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Seefeld – Ein tiefes Tal ist durchschritten, ist Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum überzeugt. „Jetzt kann es nur noch aufwärtsgehen.“ Die Rede ist von der Chirurgischen Klinik in Seefeld, die künftig zwar eigenständig, dennoch unter dem Mantel der Starnberger Krankenhauses GmbH geführt werden wird. Die Fusion ist bis Mitte 2017 vorgesehen.

Erstes Resümee nach der Umstrukturierung in der Klinik Seefeld zogen Wolfram Gum als Vorsitzender des Zweckverbandes der neue Chefarzt Markus Wagner und Geschäftsführer Helmut Friedrich. Ihr Fazit ist durchwegs positiv. „Ich habe in den neun Wochen, in denen ich hier bin, über 60 Hausärzte besucht, um mich vorzustellen und auch Meinungen von Menschen zu hören, die man normalerweise nicht so oft trifft“, erklärte Wagner. Sein Fazit: „Der Rückhalt in der Bevölkerung und der Ruf der Klinik ist immens. Meine Erfahrungen habe ich sofort unsere Mitarbeiter weitergegeben.“ Der gute Ruf habe sogar dazu geführt, dass vor zehn Tagen erstmals der Rettungsdienstleitstelle mitgeteilt werden musste, das 70-Bettenhaus sei voll belegt und könne keine weiteren Notfälle mehr aufnehmen. „Der Standort Seefeld ist alternativlos. Das gibt einem ein schönes Gefühl“, betonte Wagner. Im Übrigen erinnerte er daran, dass es sich bei der Kooperation mit Starnberg keineswegs um eine „feindliche Übernahme“ gehandelt habe, sondern um einen sinnvollen Zusammenschluss von Fusionären. „Es gibt keinen Alleingang. Entscheidungen werden in Kooperation mit den Mitarbeitern der drei Klinik-Standorte Starnberg, Seefeld und Penzberg erarbeitet und versucht, gemeinsam das Positive herauszuholen.“ Dickes Lob richtet Helmut Friedrich an die Mitarbeiter der Seefelder Klinik. „Wir haben sie von Anfang an immer ehrlich über alles informiert und auch mitgenommen. Trotz einer schwierigen Zeit ist kein einziger abgesprungen.“ In puncto Finanzen stehe zwar noch eine größere Aufgabe bevor. Doch in Zusammenarbeit mit den zugehörigen Gemeinden lasse sich auch das stemmen, ist Gum überzeugt. Insgesamt müssen die Zweckverbandsmitglieder bis Ende des Jahres 2,35 Millionen Euro zuschießen. Die Summe setzt sich aus der Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von zwei Millionen Euro, dem 13. Monatsgehalt für nichtärztliches Personal und für notwendige Investitionen zusammen. Gilching zahlt 435.267 Euro. Andechs 83.863 Euro, Herrsching 245.048 Euro, Inning 107.793 Euro, Seefeld 173.402 Euro, Weßling 127.746 Euro und Wörthsee 119.601 Euro. Dies sei eine Voraussetzung, um schuldenfrei im Verbund der Starnberger Krankenhaus GmbH aufgenommen zu werden, erklärte Friedrich. Die Fusion ist frühestens zum 31. März beziehungsweise spätestens zum 30. Juni vorgesehen. „Vorher brauchen wir unter anderem eine Standleitung nach Starnberg. Bis wann diese von der Telekom gelegt wird, wissen wir leider nicht.“ In der jüngsten Zweckverbandssitzung wurden die Beschlüsse laut Gum von allen Bürgermeister mitgetragen. „Es war ein einstimmiger Beschluss“, freute sich der Zweckverbandsvorsitzende. pop

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