Kulturpreis

Kulturelle Visitenkarten des Landkreises

+

Starnberg – Zum 20. Mal hat der Landkreis Starnberg seinen Kulturpreis verliehen – heuer an Matthias Helwig aus Gilching. Erst im Oktober hat er am Gautinger Bahnhof sein viertes „Breitwand“-Kino im Landkreis eröffnet.

Mit der Fotografin Johanna Schlüter und dem Kameramann Christopher Bodenstein gibt es gleich zwei Kulturförderpreisträger. „Wir sind stolz darüber, das wir Sie im Landkreis haben“, freute sich Landrat Karl Roth bei der Preisverleihung am Dienstagabend. Der sonst eher nüchterne Sitzungssaal im Landratsamt verwandelte sich mit den drei Preisträgern, ihren Familien, zahlreichen Freunden und den vielen geladenen Künstlern in einen bunten, lebhaften Ort. Lebendig wurde es an diesem Abend auch durch die Musiker Lea Reichel, Lea Berthold und Eric Buschendorf, die die Preisverleihung begleiteten. „Gerade die Künstler sind es, die mit ihren Werken Brücken zwischen den verschiedenen Kulturen bauen“, spielte Landrat Karl Roth in seiner Festrede auf aktuellen Probleme wie der Flüchtlingskrise an. Unter anderem sei es die Kunst, durch die ein Miteinander ganz unterschiedlicher Menschen gelänge. Außerdem betonte Roth die Wichtigkeit eines „reichen Kunst- und Kulturlebens“ für den Landkreis Starnberg. „Mit der Kulturpreisverleihung möchte der Landkreis Starnberg seine Wertschätzung zeigen und sichtbar machen, wie vielfältig und kostbar unsere Kulturlandschaft ist.“ Matthias Helwig, laut der Landkreis-Kulturreferentin Barbara Beck selbst ein „Meister im Verleihen von Preisen“, schilderte dem Publikum, wie er von seiner Auszeichnung erfahren hat. „Ich war mitten im Filmfestival und mit den Bauarbeiten in Gauting beschäftigt und habe meine Nominierung in diesem Moment nur so halb mitbekommen“, sagte Helwig. „Aber ich habe dann ein große Dankbarkeit gespürt.“ Sein Laudator, der Gilchinger Pfarrer Ernst Kunas, mit dem Helwig eine langjährige Freundschaft verbindet, schätzt dessen besondere Fähigkeit sein Publikum zu begeistern: „Du bist an einem Thema dran, egal ob vier Leute im Kino sitzen oder 300.“ Trotz zunehmenden Erfolg und der Bekanntschaft zahlreicher prominenter und berühmter Schauspieler und Regisseure habe Helwig nie die Bodenhaftung verloren. Oder wie Kunas es so schön formulierte: „Du bist nicht übergeschnappt.“ Matthias Helwig hat als junger Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen in München vor rund 30 Jahren in Gilching sein erster „Breitwand“-Kino eröffnet. Es folgten seine Lichtspielhäuser in Seefeld, Herrsching und in Starnberg. Seit diesem Oktober hat er auch noch Kino am Gautinger Bahnhof – sein erstes eigenes. Von entscheidender Bedeutung sei für Jury sein „ganzjähriges vernetztes Wirken“ gewesen. Matthias Helwig ist es gelungen, ausgehend vom Medium Film Brücken zu anderen Kunstformen wie Musik, Literatur und Theater zu schlagen. Er bietet in seinen Kinosälen über das Leinwandgeschehen hinaus Diskussionsforen zu gesellschaftlich aktuellen, politischen und geschichtlichen Themen, Filmgespräche, integrative Filmreihen in Originalsprache, er arbeitet mit Kulturvereinen, den hier angesiedelten Akademien, mit Schulen und Agenda-Gruppen zusammen. Und mit seinem Fünf Seen Filmfestival biete er nicht nur Cineasten aus Nah und Fern große Kinoerlebnisse vor landschaftlich schöner Kulisse, sondern mache die Besucher auch auf die Schönheiten des Landkreises aufmerksam, etwa das Schloss Seefeld. Auf diese Erfahrung können die Förderpreisträger Johanna Schlüter und Christopher Bodenstein freilich noch nicht zurückblicken. Beide aber haben ihre jeweiligen Leidenschaften bereits während der Schulzeit entdeckt. Johanna Schlüter etwa fotografierte schon für Helwigs Filmfestival. Ihr großes fotografisches Interesse gilt dem Menschen, sie findet Freude daran, die Welt zu bereisen und Menschen zu fotografieren. Ihr Studium führte Schlüter (24) nach Thailand, 2015 machte sie ihren Abschluss an der Hochschule für Fotodesign in München. Den hat der 20-jährige Christopher Bodenstein noch vor sich. Derzeit studiert er „Kameramann“, wie er es selbst beschreibt. Bereits mit 18 Jahren hatte er zahlreiche Marketing- und Imagefilme, Musikvideos, Kurzfilme und Journalismusprojekte gedreht. Außerdem holte sich Bodenstein den ersten Platz bei einem Filmaward. po

Meistgelesene Artikel

6. Musikferien am Starnberger See

Starnberg/Tutzing – „Wir wollen damit Kinder und Jugendliche ansprechen, für die Musik eine große Rolle spielt, aber nicht Profi werden wollen“, so …
6. Musikferien am Starnberger See

Grünes Licht für den ISEK

Starnberg – Im dritten Anlauf hat es geklappt. Der Starnberger Stadtrat hat Montagabend einstimmig grünes Licht für das Integrierte …
Grünes Licht für den ISEK

Mehr Menschen auf engem Raum

Gilching – Wer hätte das gedacht. Während der Andechser Bürger auf durchschnittlich je 620 Quadratmeter Freiraum kommt, bleiben dem Gilchinger gerade …
Mehr Menschen auf engem Raum

Kommentare