Kulturpreis

"Wir haben einen wunderbaren Schatz"

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Landkreis – Die Weßlinger Malerin Sabine Berr ist die diesjährige Kulturpreisträgerin des Landkreises Starnberg. Den Kulturförderpreis erhielt die Herrschinger Kunstgruppe und den Anerkennungspreis die in Gauting lebende Ursa Wilms.

„Es ist schön, dass wir Sie heute feiern dürfen“, freute sich Landrat Karl Roth am vergangenen Donnerstag zu vorgerückter Stunde im großen Sitzungssaal der Kreisbehörde. Windlichter am Eingang ließen bereits erkennen, an diesem Abend kommt keine Wirtschaftsdelegation aus Taiwan, kein Kreistag rückt zu einer Sondersitzung ein und keine Wahlkommission trifft sich zur Auswertung der Stimmergebnisse in den 14 Landkreis-Kommunen. An diesem Abend feierte der Landkreis seine Künstler. Und während Kulturreferentin Bärbel Beck den Gästen – erschienen waren zahlreiche Freunde und Verwandte der Ausgezeichneten sowie einige Kreispolitiker und Bürgermeister – ihren langen Weg bis zur Preisverleihung mit den Künstlern schilderte, sortierten die Laudatoren und die Preisträger selbst noch einmal ihre wohlüberlegten Worte, die sie wenig später vortragen sollten. Einfühlsam schilderte etwa Ute Schad, die Laudatorin auf Sabine Berr, wie sehr die frischgebackene Kulturpreisträgerin eins mit der Natur sei. „Sie sucht und entdeckt ihre Motive dort, wo unsereins nicht hinkommt, sie sucht das Unkraut, den Löwenzahn, den andere ausreißen“, sagte Schad. „Sie braucht die Schönheit der Natur“, beschrieb sie das Kräftereservoir der Malerin. Sabine Berr selbst richtete einen eindringlichen Appell an die Politik zur Wahrung der Natur. „Wir haben einen wunderbaren Schatz in unserem Landkreis“, so Berr, den man nicht mit Straßen und Plätzen zubauen solle. Ihr Preis ist mit 4.000 Euro dotiert. Mit Ausstellungen „Kunst im Einbauschrank“, „Kunst gegenüber“ und „Kunst im Kaminzimmer“ machten die sieben Protagonisten der Herrschinger Kunstgruppe – das sind Christina Blank, Gesine Dorschner, Steffi Kieffer, Stefanie Pietsch, Monika Roll, Felix Maizet und Enno Müller-Spaethe – von sich Reden, was ihnen den Kulturförderpreis (3.000 Euro) einbrachte. Ihr Laudator Bürger- meister Christian Schiller, nach eigenem Bekunden einer „der größten Kunstsachverständigen im Landkreis“, betonte, dass er selbst schon Gegenstand einer Kunstpräsentation gewesen war. Der Video-Künstler Felix Maizet ließ den Herrschinger Rathauschef unter dem Motto „Schiller liest Goethe“ im Ammersee, in einer Autowaschstraße und im Supermarkt sein Reclam-Heftchen lesen. „Ihre Ausstellungen sind Kunst-Events, wahre Happenings, mit Musik und Tanz“, begeisterte sich Schiller in seiner ebenfalls ausgefallenen Laudatio. Mit dem Anerkennungspreis (2.000 Euro) wurde die Malerin, Kunsttherapeutin und Werklehrerin Ursa Wilms ausgezeichnet. Seit zwölf Jahren arbeitet Wilms im Gautinger Mädchenheim, bringt den Jugendlichen dort „die Welt der Malerei, der Kunst, der ungeahnten eigenen Fähigkeiten und der Gefühle näher“, wie es Gautings Altbürgermeisterin Brigitte Servatius in ihrer Laudatio beschrieb. Und die Gelobte selbst sagte, „es ist auch ein Glücksfall für mich, dass ich diese Stelle gefunden habe“. Übrigens: Nicht minder Preisverdächtig ist Landkreis-Band „Vorteilspack“, die die Versammelten musikalisch durch den Abend begleitete. Ihre einfühlsamen Balladen, meist aus eigener Feder, ergänzten Perfekt die Preisverleihung. po

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