SPD fällt knapp durch

Kein Barrierefreier Zugang für das Kurparkschlösschen

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Herrsching – Es bleibt dabei: Nach der Brandschutzsanierung wird das Kurparkschlösschen nicht weiter umgebaut.

Die SPD-Fraktion im Herrschinger Gemeinderat hatte wieder einmal Anlauf genommen, um den barrierefreien Ausbau des Anwesens durchzusetzen. Ausführlich schilderte Bürgermeister Christian Schiller in der Sitzung am Montagabend die Debatten und Beschlüsse, Ortsbesichtigungen und Stellungnahmen von Architekten, Denkmalpflegern und Brandschutz- experten seit dem ersten Antrag der SPD am 16. Februar 2000. „Seit drei Legislaturperioden beschäftigt uns das Thema schon“, so Schiller zur Historie. Der SPD-Antrag, zumal dieser auf dem Gemeinderatsbeschluss vom 11. Februar 2008 fußt, habe ihn, Schiller, „sehr überrascht“. Architekt Heiner Förderreuther wurde damals beauftragt, einen behindertengerechten Zugang und einen zweiten Fluchtweg zu planen. Was den Brandschutz angeht, so hat das Landratsamt immer wieder Verbesserungen angemahnt, bei einer Begehung im September 2008 wurde wegen eben dieser Brandschutzmängel in Teilen des Gebäudes die öffentliche Nutzung untersagt. Was im Dezember 2008 zur Beauftragung des Neubiberger Brandschutzexperten Jürgen Gollwitzer führte. Der barrierefreie Ausbau wurde schließlich – Gollwitzer hatte auch eine Variante mit einem Außenaufzug und -treppenhaus für rund eine Million Euro vorgestellt – „wegen großer Verluste an historischer Substanz“ vom Landesamt für Denkmalschutz abgelehnt. Der Gemeinderat entschied sich daraufhin für die Gollwitzer-Variante „C“ – für das Sicherheitstreppenhaus, das dieser Tage für rund 250.000 Euro fertiggestellt wurde. Ein erneuter Vorstoß des Behindertenbeirats im vergangenen Oktober wurde mit 22:2 Stimmen, darunter die SPD, abgelehnt. SPD-Chef Werner Odemer begründete den vierten Antrag seiner Fraktion mit eben dem Umstand, dass der Brandschutz heute erledigt sei und man nun erneut Möglichkeiten prüfen solle, die Barrierefreiheit herzustellen. Er führte unter anderem auch die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen auf, die seit 2009 auch in Deutschland verbindlich ist. Und Fraktionskollege Wolfgang Schneider zog Vergleiche mit dem wiedereröffneten Lenbachhaus in München: „Alt und Neu muss nicht immer hässlich sein.“ Während das Nutzungskonzept für das Kurparkschlösschen einstimmig angenommen wurde, fiel der Antrag der SPD-Fraktion mit 10:12 Stimmen knapp durch. O. Puls

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