Mit Kurzfilm gegen Rechts

Wie sieht das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft aus, wie funktioniert Toleranz und wie sehen junge Menschen ihren Landkreis? In einem 90-sekündigen Filmbeitrag sollen Schüler und junge Erwachsene bis 25 Jahre ihre Ideen zu dem Thema zusammenstellen. Damit will der Landkreis, der von der Bundesregierung 2009 als „Ort der Vielfalt“ für seinen besonderen Einsatz für Toleranz, kulturelle Vielfalt und Demokratie ausgezeichnet wurde, einen weiteren Akzent gegen Rechts setzen.

Hintergrund des Image-Kurzfilmwettbewerbs sind vor allem die Aufmärsche der NPD vor der Bundestagswahl im vergangenen Herbst. Als erste Reaktion darauf initiierte der Landkreis die Aktionswoche „Colour up! Jugendarbeit gegen Rechts“. Landrat Karl Roth erinnerte bei einem Pressegespräch an die internationale Bevölkerungsschicht im Fünfseenland. Mitbürger aus 145 Nationen hätten im Landkreis Starnberg ein Zuhause gefunden. Für rechtes Gedankengut, Intoleranz und Ignoranz gebe es keinen Platz, im Gegenteil: „Wir haben hier eine ganz andere Stimmung.“ Roth verwies auf den engen Kontakt zum Ausländerbeirat und zahlreiche Veranstaltungen wie dem internationalen Straßenfest (seit 2002) gemeinsam mit den ausländischen Mitbürgern. Den Kurzfilmwettbewerb versteht Roth als weiteren Schritt gegen den Rechtsextremismus. Und Kreisjugendpfleger Eduard Zenger ergänzte, „wir wollen Toleranz unter Jugendlichen fördern und über Neonazis aufklären“. Das internationale Jugendcamp mit Teilnehmern aus Taiwan, Ungarn, Frankreich, Italien und England, das es ebenfalls seit 2002 gibt, sei der beste Beweis dafür, dass gerade Jugendliche mit Toleranz und anderen Kulturen überhaupt keine Probleme hätten. Außer man indoktriniere sie, warnte Zenger. Die Filmbeiträge sollen nicht länger als 90 Sekunden sein und in digitaler Form entstehen. Bewerben können sich Jugendliche und Jugendgruppen bis zum 28. Februar, voraus gesetzt sie wohnen im Landkreis oder gehen hier zur Schule. Die fertigen Beiträge können dann bis zum 1. Mai an das Landratsamt gesendet werden (näheres unter www.lk-starnberg.de). „Wir haben mittlerweile auch alle Schulen und Bildungseinrichtungen wie Berufsschulen angeschrieben“, schilderte Behördensprecher Stefan Diebl das Prozedere. Und Eduard Zenger wird in den nächsten Tagen alle Jugendhäuser und deren Leiter über die Ausschreibung informieren. Übrigens: Auch auf Youtube oder dem Internetportal Facebook wird der Filmwettbewerb beworben. „Das sind schließlich die Medien der Jugendlichen“, so Jugendpfleger. Der Sieger-Kurzfilm, der zuvor von einer Jury (an der auch die Jungfilmer selbst vertreten sein werden) wird dann im Rahmen des Fünf-Seen-Filmfestivals am 27. Juli im Kino Breitwand in Starnberg gezeigt. Kinobetreiber Matthias Helwig will den Kurzfilm auch nach dem Festival in seinen Lichtspielhäusern in Herrsching und Seefeld zeigen. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat der Tutzinger Rockmusiker Peter Maffay übernommen, der sich bereits seit langer Zeit für derartige Themen engagiert. „Auf die Frage, ob er denn die Patenschaft übernehmen wolle, war sein ‚Ja’ sofort zu bekommen“, schilderte Maffays Manager Albert Luppart das Gespräch. „Das ist ein Thema, das ihn sehr bewegt.“ Das Equipment für den Dreh kann vom Landratsamt ausgeliehen werden, auch ein Schnittplatz steht zur Verfügung. Näheres hierzu verrät Kreisjugendpfleger Zenger unter der Telefonnummer 08151/148378.

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