E-Bike

Elektro-Vision für Inning

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Inning – Elektrisch radelnd in Inning ankommen, einen Kaffee trinken und während der Zeit den Fahrrad-Akku aufladen. Eine Vision, die in der Ammerseekommune – dem STAdtradeln sei Dank – demnächst wahr werden wird.

Und das, weil Innings Gemeinderäte bei der jährlichen Aktion traditionell einheitlich und mit voller Kraft in die Pedale treten. Schon 2013 brachte ihnen der Einsatz das Prädikat des deutschlandweit „fahrradaktivsten Kommunalparlaments“ ein. Der Lohn war ein Elektro-Rad, das seither im Rathaus kräftig in Gebrauch ist. Heuer überzeugten Vizebürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka und Stadtradel-Koordinator Thomas Dahmen. Auf den Zähler brachten die Kommunalpolitiker exakt 130,2 Kilometer pro Nase und erradelten sich damit ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro. Schüßler-Kafka hatte offensichtlich schon Anfang Juli mit dem ersten Platz gerechnet, denn in einer Gemeinderatsitzung träumte sie laut davon, mit dem Geld die Fließkraft des Inninger Baches über eine öffentlich zugängige E-Bike-Station in den Akku der E-Radl einzuspeisen. Auf dem Gemeindegrundstück direkt an dem plätschernden Gewässer eingangs des Toni-Mang-Rings sollte der Traum wahr werden – und scheiterte am Tiefgang. „Mindestens 30 Zentimeter muss der Bach dafür tief sein“, bedauerte Schüßler-Kafka, denn mehr als 16 Zentimeter gibt ist das Bachbett in Inning nicht her. Aber Monika Schüßler-Kafka wäre nicht Monika Schüßler-Kafka, wenn sie den Traum des eigenen Wasserkraftwerks am sich durch die Kommune schlängelnden Wasserlauf einfach so aufgeben würde. „Wir bleiben dran“, betonte sie und bekam Rückenwind von Berthold Reiß der Stadtwerke Fürstenfeldbruck. „Die Technik entwickelt sich immer weiter. Irgendwann ist Tiefe und Gefälle kein Thema mehr.“ Immerhin soll der Plan B – zumindest teilweise – auch Wasserkraft getrieben sein, denn Inning bezieht über die Stadtwerke Fürstenfeldbruck seit einigen Jahren 100 Prozent Ökostrom aus regenerativen Quellen. Bei den Stadtwerken rief die aktive Radlerin dann an – und rannte mit ihrer Idee einer E-Bike-Ladestation offene Türen ein. Die gewünschte Ladestation allerdings ist deutlich teurer, hinzu kämen dort positionierte Anlehnvorrichtungen für jeden Radtyp, gewünscht sind drei abschließbare Kästen mit jeweils zwei Steckdosen und eine Pumpe und ein „Erste Hilfe-Kit“ fürs Fahrrad schwebt der Vizebürgermeisterin vor. Den Saft könnte die von den Stadtwerken gelieferte Station vom Stromkasten auf der anderen Straßenseite beziehen. Der Leiter Gewerbekunden Reiß schlug ohne Zögern ein, versprach sogar, sich „ordentlich“ an den Kosten für das mindestens doppelt so teure Modell als das Preisgeld zu beteiligen. Den Schlüssel gibt es voraussichtlich im „Café Huttner“ beziehungsweise der Griechischen Taverne „Bachwirt“. Läuft alles wie geplant, könnten die E-Biker dort schon Ende September den Akku sicher verschlossen eine Ladung Strom verpassen – und die Stromkosten übernimmt die Gemeinde.  mk

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