Landkreis hat erstmals Energiepreis verliehen / Kein erster Platz

Premiere: Zum ersten Mal hat der Landkreis Starnberg in der vergangenen Woche einen Energiepreis für vorbildliche und zukunftsorientierte Projekte und Initiativen verliehen. In Anwesenheit zahlreicher Gäste lüftete Landrat Karl Roth im Landratsamt das Geheimnis um die Preisträger des Energiepreises 2009, der mit insgesamt 4.500 Preisgeld dotiert ist. Einen ersten Platz gab es allerdings nicht, dafür zweite und dritte Plätze. Roth begründete die Entscheidung der Jury mit den noch „verhaltenen Bewerbungen“.

Landrat Roth mutmaßte, dass sich wohl viele von den Preis-Kriterien hätten „einschüchtern“ lassen. Insgesamt hatte es zwölf Einsendungen gegeben. Mitmachen konnten sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Kommunen sowie Organisationen und Initiativen oder Kinder- und Jugendprojekte, die „vorbildliche Projekte oder Initiativen zur Energieeinsparung oder Steigerung der Energieeffizienz sowie zum Einsatz regenerativer Energien oder innovativer Technologien“ vor zu weisen hatten. Dabei mussten die Bewerbungen Innovationscharakter und Vorbildfunktion haben, das heißt übertragbar sein, weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen hinausgehen und seit dem Jahr 2005 erfolgreich realisiert worden sein. Ziel des neu eingeführten Energiepreises ist es, die Energiewende 2035 im Landkreis voran zu treiben. Mit Platz zwei wurden der AWA-Ammersee Wasser- und Abwasserbetrieb sowie Alfons Rauscher ausgezeichnet. Vor allem die Vielfalt der von der AWA-Ammersee realisierten Energie-Initiativen wie die gelungene energetische Sanierung der AWA-Geschäftsstelle, die Einführung eines eigenen Umweltmanagementsystems oder der Anstoß wegweisender Projekte im Landkreis wie das Klimaschutzkonzept Fünf-SeenLand, überzeugte die Jury. Die AWA-Ammersee vereine damit vorbildliches Engagement und Verantwortungsbereitschaft mit großer Außenwirkung. Der Gilchinger Alfons Rauscher wurde für die gelungene energetische Sanierung seines Wohnhauses mit dem zweiten Platz geehrt. Beeindruckt zeigte sich die Jury von der großen Bandbreite an energiesparenden Maßnahmen, die auf Basis eines Energiegutachtens auch viel in Eigenregie verwirklicht worden sind. So realisierte zahlreiche Kleinigkeiten zur Beseitigung von Wärmebrücken und zur energetischen Optimierung. Vorbildlich beurteilte die Jury auch das Engagement von Rauscher in unterschiedlichen Umweltprojekten. Über einen dritten Platz konnten sich die Barth-Architekten freuen. Sie hatten bei Neubau des Webasto-Entwicklungszentrums am Sonderflughafen ein innovatives Energie- und Technikkonzept verwirklicht, das überwiegend auf dem Einsatz erneuerbarer Energien (Wärmepumpe, Hackschnitzelheizung, semitransparenter Fotovoltaikanlage) und effizienter Techniken (wie Abwärmenutzung) basiert. Die Jury beurteilte das Projekt als gelungenes Beispiel für die Vereinbarkeit von Architektur und Ökologie bei Gewerbebauten. Ebenfalls einen dritten Platz gewann Martin Fink junior mit seinem „CO2 neutral Schritt für Schritt“–Projekt. Der junge Gilchinger hatte Schritt für Schritt den Einsatz erneuerbarer Energien ausgeweitet. Nachdem die eigenen Gebäude bereits seit langem mit einer Hackschnitzelheizung versorgt wurden, konnten nach und nach auch acht benachbarte Gebäude über ein Nahwärmenetz angeschlossen und so von Heiz öl auf eine effiziente Versorgung durch Energien aus Biomasse umgestellt werden. Die Nutzung von Solarstrom sowie die Einrichtung einer Pflanzenöltankstelle rundeten für die Jury das positive Bild ab. Einen weiteren dritten Preis räumte die Gemeinde Pöcking für die Sanierung ihres „Alten Pfarrhauses“ ab. Die Jury beurteilte die Sanierung des Jahrhundertalten Gebäudes als vorbildliches Beispiel für die gelungene Vereinbarkeit von energetischen und architektonischen Ansprüchen. Als Ressourcen schonend befand sie, dass das Pfarrhaus nicht abgerissen wurde, sondern in Verbindung mit einem gelungenen Energiekonzept saniert wurde. Dies sei gerade für öffentliche Gebäude in dörflicher Struktur vorbildlich. Das Beispiel zeige, dass man traditionelle Gebäudestrukturen gelungen mit energieeffizienten Maßnahmen vereinen könne – ohne den traditionellen Charakter des Hauses zu zerstören.

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